Adwords-Seminar Teil III: Worauf es ankommt und welche Tools weiterhelfen

Keyword ist nicht gleich Keyword

Um die richtigen Keywords zu finden, ist etwas Verkaufspsychologie nötig. Die verwendeten Suchbegriffe verraten viel darüber, in welcher Interessenlage sich der Suchende gerade befindet. Ein einfaches Beispiel: Wenn ein Surfer nach dem Begriff "Mountainbike" sucht, können Sie kaum erahnen, welche Absichten er hegt. Plant er eine Tour? Möchte er ein Rennen besuchen? Oder will er ein Mountainbike kaufen? Würde der Betreiber eines Fahrradgeschäfts eine Adwords-Kampagne für den Begriff "Mountainbike" schalten, müsste er entsprechend mit einer sehr geringen Abschlusswahrscheinlichkeit rechnen. Schließlich adressiert die Kampagne auch alle diejenigen, die am Kauf eines Mountainbikes gar nicht interessiert sind.
Dies kann der Händler vermeiden, indem er die Begriffe "kaufen", "shop", "händler" "günstig" oder "angebot" hinzufügt. Diese Suchbegriffe gibt nur ein, wer tatsächlich am Kauf eines Fahrrads interessiert ist. Die Conversion Rate der Anzeige wird massiv ansteigen. Sie lässt sich noch steigern, indem bestimmte Hersteller und Modelle herausgepickt werden. Bei einem Surfer, der zum Beispiel nach dem Mountainbike "Radon ZR Race 7.0" sucht, ist die Abschlusswahrscheinlichkeit definitiv besonders hoch. Er hat sich im Vorfeld bereits informiert und sucht jetzt ganz gezielt nach diesem Modell – Bingo!
Allerdings ist bei der Verwendung von konkreten Modellen oder Marken Vorsicht geboten. Sie sind häufig geschützt und eine widerrechtlicher Nutzung kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Dies gilt insbesondere, wenn eine Marke als Keyword genutzt, aber ein ganz anderes Produkt – etwa das eines Wettbewerbers – verkauft werden soll.
Interessant ist auch die Berücksichtigung geografischer Informationen. Sie können zwar auch in der Kampagne einstellen, dass eine Anzeige nur ausgeliefert wird, wenn der Surfer aus einer bestimmten Region kommt. Es kann aber auch vorkommen, dass ein Surfer aus einer anderen Region kommt, aber trotzdem – etwa im Rahmen eines Urlaubs – in "Ihrer" Region einkaufen möchte. Für diesen Fall empfiehlt es sich, dem Keyword den gewünschten Ort hinzuzufügen.
Die Mischung machts
Bei der Auswahl der Keywords sollten Sie dringend auf eine gesunde Mischung achten. Sehr allgemeine Begriffe sollten Sie – wenn überhaupt – nur spärlich verwenden. Erfolg versprechender sind in der Regel sogenannte Long-Tail-Begriffe, also Keywords, die durch Hinzufügen von Substantiven, Orten oder anderen fachlichen Besonderheiten eine genauere Ansprache bei geringerer Wettbewerbsdichte und damit eine sehr hohe Abschlusswahrscheinlichkeit ermöglichen. Schließlich haben sich auch die Suchgewohnheiten geändert: Während vor einigen Jahren noch die Ein-Wort-Suchen deutlich dominierten, haben inzwischen die Eingaben mit zwei oder drei Wörtern deutlich zugelegt. Die User suchen also immer konkreter, dies sollte bei der Keyword-Auswahl in jedem Fall berücksichtigt werden.
Um eine umfangreiche Keyword-Liste mit passenden Begriffen zu generieren, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Zunächst sollten Sie im direkten Umfeld recherchieren. Fragen Sie Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen oder Partner. Sie können oft sehr interessante Anregungen liefern. Fragen Sie im Bekanntenkreis: "Was würden Sie in eine Suchmaschinen eintippen, wenn Sie ein Mountainbike kaufen möchten?" Häufig erhalten Sie bereits hier überraschende Erkenntnisse.
Die Ergebnisse bilden dann eine solide Basis für eine computergestützte Recherche. Hierfür stehen unterschiedlichste Tools zur Verfügung.



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