Expert Insights 23.05.2018, 08:07 Uhr

3 Beispiele von interaktiven Audio-Formaten

Die Zukunft liegt nicht mehr im Tippen, Scrollen oder Swipen auf dem Display, sondern in der auditiven Interaktion mit Devices. Das zeigen drei aktuelle Beispiele von interaktiven Audio-Formaten, die in Deutschland bereits erfolgreich umgesetzt wurden.
Frank Bachér, Managing Director Digital Media bei RMS
Voice Control, sowohl von mobilen als auch von stationären Endgeräten, hält immer mehr Einzug in unseren Alltag. Ob zu Hause, auf der Straße oder in der Bahn: Überall nehmen wir Menschen wahr, die mit ihren Devices sprechen, Fragen stellen, Aufträge erteilen oder sogar Produkte und Dienstleistungen über Sprachassistenten wie Google Assistant, Amazons Alexa oder Apples Siri kaufen.
Die Stimme als DAS Interface der Mensch-Maschine-Kommunikation wird immer mehr zur Realität. Und das ist erst der Anfang, wie Google bei der Präsentation seines Sprachassistenten Duplex auf der I/O eindrucksvoll gezeigt hat: Künftig werden wir nicht nur mit Computern sprechen, sondern diese auch für uns und beispielsweise Telefonate führen, für die wir keine Zeit oder Lust haben.
 
Auch Deutschland hat diese Entwicklung längst erreicht. Die Akzeptanz einer direkten Kommunikation mit dem Computer steigt. Laut einer aktuellen Studie von nextmedia stehen 58 Prozent der Deutschen der Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz (KI) offen gegenüber. 24 Prozent der Befragten, die einen Sprachassistenten besitzen, empfinden die Kommunikation mit KI sogar als normal und nehmen diese ähnlich wie die Kommunikation mit einem Menschen wahr. Für die Mehrheit der Nutzer (70 Prozent) ist die Kommunikation mit KI zwar noch ungewohnt - sie glauben aber, dass diese in Zukunft alltäglich sein wird.

Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass die Zukunft nicht mehr im Tippen, Scrollen oder Swipen auf dem Display liegt, sondern in der auditiven Interaktion mit Devices. Die Audio-Revolution ist im vollem Gange und bringt neben Smart Speakern noch weitere spannende und innovative Interaktionsmöglichkeiten hervor - nicht nur für den Konsumenten, sondern auch für Werbetreibende.
 
Zwei Faktoren sind aus meiner Sicht entscheidend, damit die Interaktion auf dem noch ungewohnten Audio-Weg erfolgreich ausgelöst wird: inhaltliche Relevanz und intuitive Nutzungsoptionen.
Hier drei aktuelle Beispiele von interaktiven Audio-Formaten, die in Deutschland bereits erfolgreich umgesetzt wurden:

Lookout - Alltagshilfe für Blinde

Lookout ist eine neue Smartphone-App, die von Google entwickelt wurde, um blinden Menschen den Alltag zu erleichtern. Die App kann via Smartphone-Kamera Gegenstände in der direkten Umgebung und Texte erkennen und dem Nutzer in Echtzeit per Audiospur widergeben.
Zur besseren Orientierung sagt die App nicht nur Gegenstände an, sondern auch die Richtung beziehungsweise den Ort wo sich dieser Gegenstand befindet, etwa "Mülleimer auf zwölf Uhr". Diese Technologie bietet blinden Menschen ein autonomeres Leben als zuvor - und damit einen echten Mehrwert.

Shake-me! - Schütteln ist das neue Klicken

Shake-me! ist ein neues mobiles Audio-Werbeformat, dass den Nutzer im Spot auffordert, das Device zu schütteln um weiterführende Informationen oder einen Service zu erhalten, von Navigations-Hilfen via Google Maps-Pins über Gutscheincodes oder Bording-Passes.
Das Örtliche hat beispielsweise jüngst in einer Audio-Kampagne seine Nutzer am Endes jedes Spots dazu aktiviert, die App im Appstore herunterzuladen. Die Ergebnisse der Kampagne können sich sehen lassen: Das Örtliche generierte durch Shake-me! innerhalb der Laufzeit mehr als 5.560 Shakes und steigerte damit nicht nur den Traffic, sondern auch die Downloadzahlen seiner App.

Dynamic Voice Activation - Maßgeschneiderte Audiospots

Dynamic Voice Activation ist ein weiteres interaktives und innovatives Format im Online-Audio-Bereich. Diese Technologie ermöglicht es dem Nutzer, innerhalb eines Audiospots, per Sprache die Gestaltung des Werbemittels zu steuern und für sich selbst maßzuschneidern.
Dafür werden im System eine Vielzahl von Optionen wie etwa Call-to-action-Elemente oder Coupons hinterlegt. Reagiert ein Nutzer auf einen Spot, wird ihm die darauf passende, vorproduzierte und als Audio-Snippet im System hinterlegte Antwort ausgespielt.
Durch diese Technik erhöht sich nicht nur die Relevanz für den Nutzer und die damit einhergehende Werbewirkung, sondern sie ermöglicht dem Werbetreibenden auch die Interaktion über den Rückkanal und das direkte Tracking über ein entsprechendes Response-Element.
 
Diese drei Anwendungen sind erst der Anfang und nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was kommen wird. Das Potenzial innovativer Interaktionsmöglichkeiten im Online Audio Bereich ist noch lange nicht ausgeschöpft. Der Markt wird weiterhin wachsen und hält noch viele spannende Innovationen für uns bereit.



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