Case: Aufbau eines international einheitlichen ERP-Systems

Mitarbeiter entwickeln mit

Maßgebliche Hilfestellung leistete der Software-Anbieter darüber hinaus auch bei der Schulung der Mitarbeiter. Beim Pilotprojekt in der Schweiz wurden die Mitarbeiter direkt von IFS-Beratern geschult. Bei den anschließenden Rollouts übernahm Doppelmayr/Garaventa die Einweisung der Mitarbeiter dann entsprechend dem "User schulen User"-Prinzip selbst.
Lediglich in Bereichen mit lokalen gesetzlichen Vorgaben - beispielsweise im Rechnungs- und Personalwesen - wurden sie noch von den lokalen IFS-Experten unterstützt.
Neue Wege in Bolivien: Die Seilbahn Linea Azul verbindet die beiden Großstädte La Paz und El Alto.
Quelle: Doppelmayr/Garaventa
Als wesentlicher Erfolgsfaktor erwies sich die Strategie von Doppelmayr/Garaventa, die Mitarbeiter von Anfang an in das Design der Lösung einzubinden. "Die Pilotlösung in der Schweiz haben wir gemeinsam mit den Fachabteilungen erarbeitet und dazu auch Mitarbeiter von anderen Standorten ins Boot geholt. So wussten die Angestellten bereits, wie die Lösung aussehen wird, als sie dann auf ihre jeweiligen Standorte ausgerollt wurde", sagt Szalai.
Allen Unternehmen, die ein ähnliches Projekt in der Planung haben, empfiehlt der Manager, sich die Zeit für ein Solution Management zu nehmen. "Die Mitarbeiter müssen sich bereits damit aus­ei­nandersetzen, was ein ERP-System bedeutet und wie es funktioniert, bevor die Lösung implementiert wird. Ein integriertes Gesamtsystem mit durchgängigem Wertefluss bedingt, dass sich die Organisation anpasst. Wird etwa im Lager etwas falsch gebucht, verursacht das Probleme in der Finanzbuchhaltung. Das ist eine ganz andere Liga und darauf müssen die Leute vorbereitet sein."

Globale Transparenz

Heute kommt IFS Applications an rund 25 Standorten von Doppelmayr/Garaventa zum Einsatz und wird von über 1.500 Mitarbeitern genutzt. "Der Informationsstand im Unternehmen hat sich gegenüber der alten heterogenen Systemlandschaft deutlich verbessert", sagt Szalai. "Die Verantwortlichen können sich wesentlich schneller und einfacher ein Bild über den Stand eines Projekts machen. In der Vergangenheit mussten sie sich die nötigen Informationen aus unterschiedlichsten Quellen zusammensuchen, jetzt sind diese alle in einem System vorhanden."
So kann etwa die Auftragsleitstelle sämtliche Projekte an einem Ort nachverfolgen. Sie sieht auf einen Blick den aktuellen Stand von Engineering, Beschaffung oder Fertigung und kann erkennen, ob alle nötigen Teile rechtzeitig zum Versandtermin bereitstehen. Drohende Fehlentwicklungen kann sie zeitnah erkennen und passende Gegenmaßnahmen einleiten - etwa wenn eine Rückmeldung aus der Fertigung verspätet erfolgt oder das Qualitätsmanagement meldet, dass ein Lieferant Materialien nicht in ausreichender Güte geliefert hat. In solchen Fällen hat die Auftragsleitstelle dann die Möglichkeit, beispielsweise Ressourcen neu zuzuweisen oder Umplanungen vorzunehmen.
Wenn in einem Projekt eine standortübergreifende Fertigung erforderlich ist, steuert Doppelmayr/Garaventa sie mit Hilfe eines Master-und-Lieferanten-Ansatzes. Der Standort, der eine Seilbahn baut, übernimmt dabei die Rolle des Masters, der an den anderen Standorten die Teile bestellt, die er benötigt. Diese Standorte wiederum agieren als Lieferanten und arbeiten die Bestellungen als eigenständige Projekte ab. Die Daten aus ihrer Projektsteuerung werden dann automatisch nach oben weitergereicht, sodass der Master immer über eine Sicht auf die aktuellen Stände der Lieferantenprojekte verfügt.

CEO-Reports als Standard

Aber nicht nur im operativen Geschäft, auch bei der Unternehmenssteuerung macht sich die größere Transparenz durch das einheitliche ERP-System bemerkbar. "Wenn das oberste Management bestimmte Kennzahlen möchte, ist es heute kein Problem mehr, einen entsprechenden Report zusammenzustellen", so Szalai. "Mit unserer früheren Systemlandschaft war das - wenn überhaupt - nur sehr schwer und mit langer Bearbeitungsdauer möglich."
Noch hat Doppelmayr/Garaventa das Ziel eines gruppenweit einheitlichen ERP-Systems nicht vollständig erreicht. Als nächste Schritte sind aus diesem Grund Rollouts von IFS Applications auf weitere Standorte geplant, unter anderem in China.
Außerdem will das Unternehmen auf eine neue Version der ERP-Software upgraden, nach Aussage von Szalai nicht zuletzt wegen der zusätzlich integrierten Service-Management-Funktionen. Diesen Schritt will Doppelmayr/Garaventa auch dazu nutzen, sich von einigen individuellen Anpassungen innerhalb der IFS-Lösung zu verabschieden. "Wir werden beim Umstieg auf die neue Version viele Anpassungen auf den Prüfstand stellen", sagt Szalai. "Wir haben inzwischen mehr Erfahrung mit dem Einsatz des ERP-Systems und werden daher prüfen, welche Anpassungen wir wirklich brauchen und welche individuellen Prozesse wir künftig möglicherweise besser mit dem Industriestandard von IFS umsetzen können."



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