Online-Händler 24.02.2017, 08:15 Uhr

Such-Tools: Welches passt zu meinem Shop?

Eine gute Suchfunktion ist von großer Bedeutung für einen Online-Shop. Bleibt die Frage, nach der besten Lösung: die des Shop-Systems, die eines Drittanbieters oder eine selbst gebaute?
(Quelle: Fotolia.com/Rawpixel)
Neulich im Zara-Shop: "Es wurden ­keine Ergebnisse für Ihre Suche nach ‚Hoody‘ gefunden" - so das Resultat einer Suchanfrage. Pech für den Kunden, der ein Kapuzen-Sweatshirt sucht, aber nicht weiß, dass dieses "Hoodie" heißt. Eine ­gute Suche hätte dies verhindert und Zara vielleicht einen Kunden mehr beschert.
Zara ist nur ein Beispiel aus der Welt des E-Commerce. Wer sich in deutschen Online-Shops nach seinen Wunschprodukten umschaut, wird leider - noch immer - sehr häufig mit schlecht funktionierenden Shop-Suchen konfrontiert. Doch für viele Shop-Betreiber steht die Frage im Raum: Welche Such-Lösung ist denn die richtige für mich?

60 Prozent der Shops liebäugeln mit neuer Suche

Knapp ein Viertel der Shops vertraut auf die Suchfunktion, die das Shop-System mitbringt, hat eine Studie von Ibi Research ergeben. Diese Standardlösungen sind je nach Shop-System sehr unterschiedlich ausgereift, decken in der Regel aber die wichtigsten Grundfunktionen wie eine Volltextsuche und einfach Filter ab. Der größte Vorteil dieser integrierten Suchlösungen ist, dass keine weiteren Kosten entstehen und kein zusätzlicher Integrationsaufwand nötig ist.
Aber: Knapp 60 Prozent der Shop-Betreiber, die momentan die Standardlösung ihres Shop-Systems verwenden, liebäugeln mit einer neuen Suchfunktion. Nach der Erfahrung von Dirk Hörig, CEO von Shop-Software-Hersteller und E-Commerce-Agentur Commercetools, stoßen die Basislösungen vor allem bei individuellen Anforderungen des Shops an ihre Grenzen, zum Beispiel wenn über die Suche geschäftsspezifische Prozesse abgebildet werden müssen oder es gilt, die Suche an das eigene Produktdatenmodell anzupassen.

Sinnvolle Verknüpfung mit anderen Inhalten oft schwer

Die Anreicherung von Produktdaten etwa durch Bewertungen, die Gruppierung der Produkte zu Aktionen oder die Verbindung mit Cross- und Upselling-Produkten sorgen nach Ansicht von Sebastian Knebel, technischer Produktmanager bei der Agentur Aperto, oft für Probleme. Auch der zunehmende Bedarf, die Produktdaten mit weiteren Inhalten wie Ratgebern oder Videos aus anderen Datenquellen sinnvoll zu ergänzen, lässt sich mit Standardlösungen oft nur schwer abdecken.
Matthias Richter, Inhaber des stationären Ladens R & C Elektronik & Computer in Auerbach sowie des dazugehörigen ­Online-Shops Rc-service.de, hat sich ­daher für ein Zusatzmodul seines Shop-Software-Herstellers Electronic Sales entschieden, das über die enthaltene Basis­suche hinausgeht. Er wollte eine Suchfunktion mit hoher Fehlertoleranz, auch bei Suchanfragen mit technischen Produkteigenschaften. Zudem wünschte er sich die Möglichkeit, die Suchergebnisse selbst gewichten zu können, ­beispielsweise nach Produktgruppe oder Hersteller.
Gegen die Lösung eines Drittanbieters sprach aus seiner Sicht der zusätzliche Programmieraufwand, der vermutlich angefallen wäre. Zudem fürchtete er technische Hindernisse: "Schnittstellen führen in der Regel zu Einschränkungen - insbesondere wenn individuelle Anforderungen umgesetzt werden sollen", meint er. Deswegen ist er froh, dass Shop und Suche aus einem Haus stammen. Außerdem wäre eine Drittlösung seinen Recherchen zufolge wesentlich teurer gewesen. Für das Zusatzmodul "ES Powersearch" bezahlt er einen monatlichen Mietpreis.



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