Plattformökonomie
29.03.2018, 09:01 Uhr

So will Otto zum Marktplatz werden

Otto.de will sich vom Händler zum Marktplatz weiterentwickeln. Ein Baustein auf diesem Weg ist das neue Partner-Portal "Brand Connect".
(Quelle: Otto )
Als "größten Umbruch der Firmengeschichte" bezeichnet Otto den Wandel des Geschäftsmodells vom Händler zur Plattform. Die großen Vorbilder dafür dürften der US-Händler Amazon und die Geschäftsmodelle von Uber oder Airbnb sein, die als Vermittler Angebot und Nachfrage zusammenführen. "Wir öffnen uns für viele weitere Marken und Partner, um gemeinsam zu wachsen", sagt Marc Opelt, Bereichsvorstand Marketing und Sprecher des Online-Händlers.
Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017/18 steigerte Otto.de den Umsatz um 8,5 Prozent auf rund 2,96 Milliarden Euro. Auch die Zahl der aktiven Kunden kletterte um acht Prozent auf 6,6 Millionen, darunter sind 1,8 Millionen Neukunden, teilen die Hamburger mit. Um künftig stärker zu wachsen, sollen nun weitere Marken und Händler davon überzeugt werden, ihre Produkte über Otto Market anzubieten. Opelt sieht Otto.de aufgrund dieser Reichweite in einer guten Position, um als Mittler zwischen Marken und Händlern auf der einen Seite und Kundinnen und Kunden auf der anderen Seite aufzutreten.
Im Gegensatz zu Amazons Marktplatz, auf dem jeder Waren verkaufen kann, der sich dort registriert und die Amazon-Vorgaben einhält, entscheidet Otto, wer auf den Marktplatz darf. Neben Marken können auch Händler Partner werden. Es könne künftig auch vorkommen, dass mehrere Händler die gleichen Produkte auf Otto.de anbieten, erklärt der Bereichsvorstand.

Otto.de will das Sortiment ausweiten

Dass Dritte Otto.de als Marktplatz nutzen, ist nicht neu. Rund 280 Partner bieten bereits Produkte über Otto.de an. Diese Zahl soll jetzt steigen. "Wir geben zukünftig mehr Gas", betont Opelt. Otto wolle sich mit seinem Sortiment  in alle Lebensbereiche vorarbeiten und auch in den Bereichen interessante Angebote machen, "wo wir früher nicht zuhause waren", sagt er.
In der Möbelbranche ist Otto bereits zuhause. Im Bereich "Home & Living" lag der Umsatz des Online-Händlers im vergangenen Jahr laut eigenen Angaben bei über 950 Millionen Euro. "Wir sind mit Abstand die Nummer 1 im Online-Möbelhandel und wollen diese Position weiter ausbauen. Unser Ziel ist es, der logische Partner für viele Unternehmen der Möbelbranche auf dem Weg in den E-Commerce zu werden", sagt Opelt.

Partner-Portal Brand Connect als Self-Service-Tool

(Quelle: Otto)
Damit Marken und Partner ihr Angebot auf Otto.de selbst verwalten können, hat Otto das Partner-Portal Brand Connect entwickelt. Marktplatzteilnehmer können künftig damit ihren Markenshop auf Otto.de gestalten sowie Werbemittel und Services bei Otto buchen. Das Tool wird Verkaufszahlen in Echtzeit anzeigen und Analysen für die Marktplatzteilnehmer durchführen. Erste Marken, die Brand Connect nutzen, sind Adidas und die Modemarke s.Oliver.
Otto will bis zum Ende des Geschäftsjahres 2018/19 rund 100 Millionen Euro in den Wandel des Geschäftsmodells hin zur Plattform investieren und rund 580 Stellen in den Bereichen Business Intelligence, IT und E-Commerce neu besetzen.
Mehr über die Plattform-Strategie von Otto.de gibt es in der kommenden Ausgabe von INTERNET WORLD BUSINESS zu lesen, die am 9. April 2018 erscheint.



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