Neue generische Top-Level-Domains 29.10.2013, 11:45 Uhr

Das plant Google mit den neuen Domain-Endungen

Google hat 97 Anträge für neue generische Top-Level-Domains bei der ICANN eingereicht. Jordyn Buchanan, seines Zeichens der "gTLD Guy" bei Google, erläuterte bei der Newdomains.org-Konferenz, welche Strategie der Suchmaschinenbetreiber damit verfolgt.
Googles Strategie für die neuen generischen Top Level Domains
Jordyn Buchanan stellt Googles Strategie für neue Top Level Domains vor
Die 97 Bewerbungen für neue generische Top-Level-Domain-Namen (gTLD) lassen sich in fünf Kategorien einteilen: 43 von ihnen sind allen Internet-Nutzern für allgemeine Zwecke zugänglich, 22 sind nur für spezifische Nutzergruppen vorgesehen. 13 der 97 sind ausschließlich für den Einsatz durch Google selbst bestimmt, weitere 13 für Google-Produkte und -Services. Sechs neue Webadressen können nur für spezielle Einsatzzwecke erworben werden.
Bevor Buchanan tiefer in die fünf Kategorien einstieg, erläuterte er kurz Googles Motive für die Bewerbung um neue generische Top Level Domains wie .home oder .game. Zum einen möchte Google damit den eigenen "Name Space" schützen, also Webadressen rund um Google und Google-Produkte. Zum anderen sei es heute sehr schwierig für Nutzer, "Grundbesitz" im Internet zu kaufen, weil so viele Namen schon vergeben sind. Da Google jedoch dann verdient, wenn viele Leute im Internet sind, möchte Google es den Nutzern einfach machen, mehr Platz im Web zu finden. Gleichzeitig arbeiten die Google-Entwickler daran, das Internet sicherer und zuverlässiger zu machen.
Zu den einzelnen Kategorien:
Für die größte Gruppe, die "offenen gTLDs", darunter .game, .shop und die japanischen Zeichen für "jeder", kann jeder Nutzer Webadressen registrieren, so wie das schon lange mit der .com-Domain möglich ist. Einige dieser offenen gTLD haben die Funktion, Nutzer auf die Art des zu erwartenden Inhalts hinzuweisen, beispielseise die Endung .diy. Das steht für „Do it yourself“ und könnte beispielsweise zu Erklärungswebseiten führen. Beispiel: Ein Baumarkt kann seinen Namen mit der Endung verknüpfen und Tipps für Heimwerker zur Verfügung stellen.
Eine weitere Kategorie mit 22 neuen Endungen ist nur für den Einsatz durch bestimmte Ziel- oder Berufsgruppen vorgesehen. Hierunter fällt beispielsweise .gmbh, .prof oder .med. Ärzte können also eine .med-Adresse für die Präsentation ihrer Praxis im Web erwerben. Wer im wirklichen Leben sein Diplom an die Wand hängt, kann dies online künftig mit der neuen Endung machen, meint Buchanan. Ebenfalls zu dieser Kategorie gehört .cat. Unter dieser Endung sollen nur Inhalte auf Katalanisch erscheinen. Diese neuen Endungen sollen Nutzern mehr Sicherheit geben, mit wem sie es in den Weiten des Web zu tun haben.
13 neue Domainnamen sind ausschließlich für Googles eigenen Markenauftritt vorgesehen, zum Beispiel Google auf Japanisch oder Chinesisch, aber auch die Endungen .dev (für Developer) oder .prod (für Produkt). Damit soll der Zugang zu Google-"Grundstücken" sicherer werden. Zudem soll eine klare Assoziation zwischen dem Domain-Namen und dem Urheber des Contents erreicht werden.
Weitere 13 neue generische TLDs beziehen sich ausschließlich auf Google-Produkte, beispielsweise .hangout, .youtube, .drive oder .gmail. Google Drive ist ein Speicherplatz für Dokumente in der Cloud. Zum Beispiel könnte ein möglicher künftiger Link in etwa so aussehen: "franziska.drive". Er führt dann zu Dokumenten, die Franziska in Google Drive gespeichert hat.



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