B2B-Netzwerke 14.06.2018, 13:36 Uhr

Lieferant und Produzent vernetzen sich global

Das Internet schafft neue B2B-Netzwerke für den globalen Handel. Diese digitalen Lösungen erhöhen mit automatisierten Prozessen die Effektivität bei der Durchführung von Transaktionen.
(Quelle: Shutterstock.com/rangizzz )
Wer Waren herstellt, kann nicht alles alleine machen. Er braucht Lieferanten oder Servicepartner, die Rohstoffe bereitstellen, Teile der Produkte vorfabrizieren und schlussendlich bei der Distribution in verschiedenen Märkten helfen oder sie komplett übernehmen. So werden heute deutschsprachige Bücher in China oder Singapur ohne Probleme gedruckt und anschließend an die Verlage oder Grossisten in Deutschland geliefert. Das rechnet sich und ist zum Alltag geworden. Was früher eine Sache persönlicher oder über die Jahre gewachsener Geschäftskontakte gewesen ist - oft über Generationen hinweg weitergegeben oder auf Fachkonferenzen gepflegt -, hat im Internet-Zeitalter eine neue Dimen­sion bekommen.
Vor allem IT-Konzerne wie Oracle oder SAP, die sich mit Business-Applikationen von Customer Relationship Management (CRM) über Enterprise Resource Planning (ERP) bis Supply Chain Management (SCM) einen fast schon unentbehrlichen (und gut bezahlten) Platz im modernen Wirtschaftsleben geschaffen haben, sind hier in ihrem Element. Aber beileibe nicht nur mit ihren traditionellen Software-Produkten - eher unbemerkt von der Öffentlichkeit bieten sie noch etwas anderes: weltweite Netzwerke für Lieferanten und Produzenten.

Musterbeispiel Ariba

Eine Paradebeispiel dafür ist das im kalifornischen Palo Alto beheimatete, 2012 für 4,3 Milliarden US-Dollar von SAP gekaufte Unternehmen Ariba. Es preist seine Leistung folgender­maßen an: "Das weltweit größte Geschäftsnetzwerk ist ein dynamischer, digitaler Marktplatz, auf dem Millionen von Unternehmen Transaktionen ausführen, dabei ihre Kosten und Ausgaben im Griff behalten, die Risiken der Lieferkette minimieren und gleichzeitig neue Geschäftschancen entwickeln."
Laut SAP sind 76 Prozent der Fortune-2000-Unternehmen aus 190 Ländern auf diesem Handelsplatz vertreten. Insgesamt sollen 3,3 Millionen Unternehmen in diesem globalen Netzwerk gelistet sein und jährlich ein Handelsvolumen von 1,3 Billionen Euro umsetzen.
Der Forrester-Wave-Report "Supplier Risk and Performance Management Platforms (SRPM)" vom Februar 2018 stuft SAP Ariba neben Aravo Solutions und Ivalua als Marktführer auf diesem Sektor ein. SAP Ariba verfügt zwar über das größte Netzwerk in diesem Umfeld, doch weist Forrester auch da­rauf hin, dass viele Unternehmen andere Programme bevorzugen, weil diese leichter zu modifizieren und anzuwenden seien. Um die Hersteller einordnen zu können, bietet Forrester Research den Käufern des Wave-Reports (rund 2500 Dollar) ein individuell anpassbares Tool an, das die elf Top-Anbieter im Detail vergleicht.
Die Analysten haben auch eine Erklärung dafür, warum die Lösungen dieser Firmen so gefragt sind: "Die Chief Procurement Officers (CPOs) brauchen Hilfe bei ihren risikoreichen Geschäften. Der SRPM-Markt wächst, weil mehr CPOs auf diese Programme setzen, um Sicherheit und Zuverlässigkeit zu erreichen. Sie haben häufig zu viele Lieferanten und manuelle Prozesse bei der Durchführung ihrer Transaktionen sind wenig effektiv." Das heißt nichts anderes, als dass Beschaffung auf der Basis von Erfahrung, schriftlichen Notizen oder Excel-Tabellen angesichts der Menge neuer Lieferanten und Kunden weltweit schlicht zu langsam und unübersichtlich ist. Die IT-Programme von SAP Ariba und Co. dagegen aggregieren als Plattformen alle Faktoren und Prozesse zwischen alten und neuen Geschäftspartnern.



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