Der intelligente Laden 22.01.2019, 08:05 Uhr

Digitalisierung am PoS: Welche Anwendungen funktionieren wirklich?

Digitale Technologien erobern den Point of Sale (PoS). Händler testen gerade aus, welche Anwendungen die Kunden akzeptieren und welche nicht.
(Quelle: Saturn )
Von Maximilian Feigl
Vieles, was Verbraucher vom Online Shopping kennen, kommt nun auch in die stationären Geschäfte. Wir nehmen euch mit auf einen imaginären Rundgang und beschreiben, wo und wie Läden digitalisiert werden können.

In der Nähe des Ladens

Noch bevor ein Kunde den Laden überhaupt sieht, können Händler per Push-Nachricht auf ihn aufmerksam machen. Dazu wird mit der Geofence-Technologie eine bestimmte Zone um das eigene Geschäft bestimmt.
Als Technologie kommt entweder das Satellitennavigationssystem GPS (Global Positioning System) zum Einsatz oder die Position wird über das Mobilfunknetz bestimmt. Betritt der ­Kunde - oder genauer gesagt sein Smartphone - diese Zone, erhält er eine Nachricht, zum Beispiel per SMS oder innerhalb einer App.
Voraussetzung ist, dass der Kunde zugestimmt hat, dass er solche Push-Nachrichten erhalten möchte. Die App muss hierzu nicht geöffnet sein. Sie benötigt aber die Berechtigung, entsprechende Nachrichten anzuzeigen. Erfolgt die Ortung via GPS, müssen zudem die Standortdienste des Handys aktiviert sein.

Vor dem Laden Kunden ins Geschäft holen

Unmittelbar vor dem Laden können Händler ebenfalls Push-Nachrichten versenden, um die Passanten in das Geschäft zu locken. Meistens kommt in so einem Fall nicht GPS, sondern Bluetooth zum Einsatz. Hierzu werden am Ladeneingang sogenannte Bluetooth Beacons angebracht. Wie ein Leuchtfeuer senden sie ein Signal aus, das von den Smartphones der Passanten wahrgenommen wird. Hat der User auf seinem Handy die Bluetooth-Funktion aktiviert und eine ­entsprechende App installiert - zum Beispiel die des Händlers oder eines Bonusprogramms - zeigt diese App Push-Nachrichten an.
Eine weitere Möglichkeit, Passanten vor dem Laden zum Interagieren einzuladen, sind interaktive Bildschirme im Schaufenster. Bedient werden sie per Gestensteuerung. Hierzu sind Kameras mit dem Bildschirm verbunden, die die Bewegungen des Passanten registrieren. Eine Software interpretiert diese, sodass es möglich ist, durch die Inhalte zu navigieren.

Im Laden

Im Geschäft haben die Händler zahlreiche Möglichkeiten, das Einkaufserlebnis ­modern und individuell zu gestalten. Auch hier können interaktive Bildschirme eingesetzt werden, zum Beispiel im Eingangsbereich. Der finnische Spezialist für Tierbedarf Musti ja Mirri bietet RFID-Anhänger als Hundehalsband an.
Mit Radio Frequency Identification (RFID) werden Objekte über Radiowellen identifiziert. Das Tier wird dank des Halsbands erkannt, wenn es das Geschäft betritt und auf ­einem großen Bildschirm begrüßt - inklusive Foto. Hat der Händler Daten über den Hund, werden dem Herrchen individuelle Angebote präsentiert. Diese "Digital Signage" genannten Lösungen zeigen wechselnde Inhalte und sollen statische, ­gedruckte Werbeplakate ersetzen.
Über die App von Payback erhalten Kunden eine Nachricht im Laden, sobald sie sich dem Sonderangebot nähern.
(Quelle: Payback)
Ein Beispiel für In-Store-Promotion (Sonderangebote im Laden) erprobte die Supermarktkette Real gemeinsam mit der Mondelez-Marke Milka. Paletten, auf ­denen die Sonderangebote von Milka platziert waren, wurden mit Bluetooth-Beacons ausgestattet. War ein Nutzer in der Nähe, der die Payback-App auf seinem Smartphone installiert hatte, erhielt er von der Anwendung einen Hinweis auf die ­Aktion und einen Coupon.

Virtual Reality

Kunden der amerikanischen ­Kaufhauskette Macy’s können Möbel in der virtuellen ­Realität auswählen. Macy’s verwendet ­dazu die "3D Cloud"-Lösung und Virtual Reality-Anwendung von Marxent. Zuerst geben die Kunden Größe und Grundriss des Raums auf einem Tablet ein. Der Raum erscheint als dreidimensionales Modell.
Anschließend stellen sie dort virtuell Möbel hinein, die ihnen gefallen. Ausgerüstet mit einer VR-Brille können sie diesen virtuellen Raum selbst betreten, um einen Eindruck davon zu erhalten, wie die Möbel in ihre Wohnräume passen.
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