Unternehmensführung 10.04.2018, 13:56 Uhr

So führt die Digitalisierung zum Erfolg

Damit die Digitalisierung gelingt, müssen auch CTO, CIO und CFO sich wandeln. Denn die Aufgabenbereiche von Entscheidern unterliegen ebenfalls der digitalen Transformation.
(Quelle: shutterstock.com/SFIO CRACHO )
CTOs und CIOs können sich längst nicht mehr allein um den IT-Support kümmern, konstatiert Hartmut König, CTO Central Europe und Director Specialist Sales bei Adobe. "Die Rolle von IT-Verantwortlichen verändert sich radikal", so König. IT-Verantwortliche hätten inzwischen vielmehr vor allem die Aufgabe, ihr Unternehmen für die moderne, digitale Geschäftswelt fit zu machen.
Quelle: Adobe
Diesen Schluss zieht Hartmut König aus der Untersuchung "Digitale Trends 2017 in der IT-Branche", für die das Marktforschungsinstitut Econsultancy im Auftrag von Adobe mehr als 14.000 Marketingverantwortliche und 500 IT-Führungskräfte in aller Welt befragt hat.
Für die IT-Führungskräfte ist es laut König "entscheidend, die Prioritäten der einzelnen Geschäftsbereiche im Unternehmen genau zu kennen und bei allen Anforderungen zu wissen, wie Technologie und Daten optimal eingesetzt werden können". Mehr denn je gehöre es heute zu den Aufgaben der IT-Führung, die Transformation im Unternehmen mit Augenmerk auf strategische Geschäftsziele voranzutreiben, resümiert er.
Ganz ähnlich sieht das Gérard Richter, Seniorpartner von McKinsey & Company in Frankfurt. "Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck". Vielmehr sei die Digitalisierung dann sinnvoll, wenn sie "durch konkreten wirtschaftlichen Mehrwert nah am Geschäft angetrieben wird".

Sorgen und Herausforderungen

Der Studie zufolge sind mittlerweile die Auswirkungen digitaler Technologien auf unternehmensinterne Abläufe für die IT-Entscheider jeder Unternehmensgröße "deutlich spürbar". Für knapp die Hälfte von ihnen gehört die Optimierung von digitalen Prozessen zu den Top-Prioritäten. Zu ihren häufigsten Vorhaben zählt "die Umstellung auf papierlose, durchgängig digitale Workflows". Das Zusammenführen von Daten für einen einheitlichen Blick auf Kunden liegt 57 Prozent am Herzen.
Die größten Sorgen bereiten den Verantwortlichen beim digitalen Wandel überraschenderweise nicht ihre Konkurrenten, sondern die Sicherheit der Kundendaten vor Cyberattacken. So erklären 55 Prozent der Befragten, der Schutz der Geschäfts- und Kundendaten sei vorrangig. Vor dem Hintergrund der großflächigen Umstellung auf durchgängig digitale Workflows und der Einbindung von cyber-physischen Systemen in vollautomatische, KI-gestützte Systeme scheint diese Sichtweise auch mehr als gerechtfertigt.

Die größte Herausforderung

Als größte Herausforderung nach Sicherheit nennen die Befragten "Schritt halten mit Änderungen bei Kundenerwartungen und -verhalten" (40 Prozent). Die Umstellung auf durchgängig digitale Workflows ist jedes zweite Unternehmen bereits "aktiv angegangen". Kleinere Firmen liegen hierbei mit 53 Prozent gegenüber Großunternehmen mit 47 Prozent klar in Führung.
Bei der Integration elektronischer Unterschriften in papierlose Workflows kehrt sich allerdings die Situation um. Und auch bei der Verlagerung von Technologie in integrierte Cloud-Lösungen zögert eher der Mittelstand - 31 Prozent bei KMUs gegenüber 42 Prozent bei Großkonzernen. Beim Verknüpfen automatischer Workflows mit Backend-Systemen mit dem Ziel kürzerer Verarbeitungszeiten hinken wiederum Großkonzerne dem Mittelstand etwas hinterher.
"Insgesamt sehen sich die IT-Verantwortlichen mehr denn je gefordert, mit den wichtigen Innovationstechnologien Schritt zu halten", urteilt Adobe. Dabei stünden die IT-Führungskräfte in Großunternehmen unter einem deutlich höheren Druck, mit neuen Technologien und Innovations-Trends mitzuhalten, als ihre Kollegen in kleineren Firmen - 46 Prozent versus 36 Prozent. CIOs und CTOs müssten "die richtige Mischung aus wirtschaftlichen und technischen Qualifikationen einerseits sowie ein Bewusstsein für Risiken und Vorteile von Innovationen andererseits" aufweisen, bekräftigt Cynthia Stoddard, SVP und CIO bei Adobe.



Das könnte Sie auch interessieren