Wenig Vertrauen in Datensicherheit 04.07.2018, 16:08 Uhr

Zwei Drittel der Deutschen leiden unter Cyberstress

Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich zunehmend gestresst im Umgang mit Online-Zugängen, Cyberattacken und Ähnlichem. Am wenigsten Vertrauen haben die Nutzer dabei in die Sicherheit von sozialen Netzwerken.
(Quelle: shutterstock.com/alphaspirit)
Zwei von drei deutschen Internetnutzern leiden laut einer aktuellen Studie von Kaspersky Lab unter zunehmendem Cyberstress. Als einen der größten Stressfaktoren gaben 72 Prozent der Befragten den Umgang mit Passwörtern für Online Accounts an. Aber auch immer neue Meldungen über Datenpannen gaben 63 Prozent als zusätzlichen Stressfaktor an.
Mangelndes Vertrauen in Institutionen und Technologie verschärft die Lage der User zusätzlich, so Kaspersky. Über die Hälfte (56 Prozent) der Befragten gaben an, ihre Online-Zugänge zwar mit ihrem Partner zu teilen, einem Passwortmanager vertrauen hingegen nur elf Prozent.
Aber auch anderen Apps bringen die Nutzer nur mäßiges Vertrauen entgegen. Social-Media-Apps werden von 32 Prozent als wenig vertrauenswürdig eingestuft, Messaging Apps von 25 Prozent. Große Zuversicht in die Datensicherheit haben die Befragten hingegen im Umgang mit Anwendungen zum Teilen von Fotos und Musik sowie Mitfahrgelegenheiten. Weniger als zehn Prozent gaben an, diesen Anwendungen ihre Daten nicht anvertrauen zu wollen.

Cyberstress kann Gesundheit gefährden

"Berichte über Datenpannen in Unternehmen jedweder Branche füllen derzeit die Titelseiten", so Milos Hrncar, General Manager DACH bei Kaspersky Lab. Deshalb sei es auch nicht verwunderlich, dass die Nutzer den Firmen nicht mehr vertrauen. "Die Menschen sind überfordert mit der Masse an Informationen, die über sie online zu finden sind, und wissen nicht, ob diese ausreichend geschützt sind." Diese Unwissenheit führe außerdem zu einem Gefühl der Machtlosigkeit, sich selbst zu schützen. Das wiederum verursache Stress, so Hrncar weiter.
Cyberstress kann sogar zur gesundheitlichen Belastung werden, sagt Prof. Dr. Frank Schwab, Medienpsychologe an der Julius-Maximilian-Universität in Würzburg. Dadurch könnten auch Krankheiten ausgelöst werden: "Oftmals geht Stress auch mit belastenden Emotionen wie Ärger, Verachtung, aber auch Hilf- und Hoffnungslosigkeit einher, die das Leben beeinflussen können."
Für die Studie wurden im Auftrag von Kaspersky Lab im Mai dieses Jahres 1.000 deutsche Nutzer befragt.



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