Digitalwelt in Zahlen 13.09.2016, 12:30 Uhr

Cybercrime: Die dunkle Bedrohung im Netz

Immer mehr Kriminelle begehen ihre Straftaten im Internet. Das ist nicht nur für User ein Problem. Auch Firmen müssen sich wappnen. Denn die Angriffspunkte werden nicht weniger, sondern mit der Industrie 4.0 immer mehr.
(Quelle: Fotolia.com/ Leo Lintang)
Cybercrime hat Konjunktur. Immer mehr Geschäftsfelder ziehen ins Internet, immer mehr Geld fließt online, immer mehr Geräte sind vernetzt - kein Wunder, dass auch immer mehr Kriminelle das Internet entdecken. Egal ob Sony, Mark Zuckerbergs Twitter und Instagram Account, Dropbox-Passwörter oder der Deutsche Bundestag - Daten, die vor Hackern zu 100 Prozent sicher sind, gibt es nicht. Besonders in Deutschland macht das den Menschen Angst. Hier fürchten laut einer Eurobarometer-Studie 58 Prozent der User, dass ihre persönlichen Daten für kriminelle Zwecke missbraucht werden. Aber auch für Unternehmen werden Hacker-Angriffe mehr und mehr zum Problem.
Und so steigt auch der monetäre Schaden, der durch Cybercrime entsteht. Besonders in den USA scheinen Cyber-Kriminelle ihr Mekka gefunden zu haben. Laut einer Hewlett-Packard-Studie lag der Schaden für Unternehmen im vergangenen Jahr bei über 15 Millionen US-Dollar, fast vier Millionen mehr als noch zwei Jahre zuvor. In Deutschland ist der Schaden aber leicht zurückgegangen.
Quelle: Statista

 
Kein Wunder, dass sich immer mehr Unternehmen über eine Versicherung gegen Hackerangriffe oder Datendiebstahl informieren. Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen beschäftigt sich intensiv mit einem Abschluss oder ist bereits versichert. Knapp elf Prozent der befragten Unternehmen hat bereits eine Versicherung abgeschlossen.
Quelle: Statista

 
Und die Versicherung lohnt sich wohl auch. Laut Hewlett-Packard haben 100 Prozent der Unternehmen Erfahrung mit einer Form von Cybercrime. Alle befragten Firmen hatten es schon einmal mit Viren, Würmern, Trojanern und Malware zu tun. Aber auch die selteneren Formen von Cybercrime wie Botnets haben schon fast ein Drittel der Unternehmen befallen.
Quelle: Statista

Besonders kleine und mittelständische Unternehmen sind wenig gegen Kriminelle im Internet gerüstet. Laut einer Studie des Ponemon Institus im Auftrag von Security Provider Keeper Security unter 600 IT-Verantwortlichen von KMUs sind nur 14 Prozent der Meinung, wirksam gegen Angriffe gerüstet zu sein. Mehr als die Hälfte der Befragten wurde in den zwölf Monaten vor der Studie Opfer eines Angriffs, 50 Prozent hatten dabei sogar einen Datenverlust zu beklagen. Gründe für den trotz des Schadens wenig vorhandenen Schutz sind laut der Umfrage fehlendes Budget und Personal.

IoT erhöht Gefahr für Cyberangriffe

Und die Gefahren werden wohl noch weiter wachsen. Laut den IT-Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab wird mit der steigenden Vernetzung durch das Internet der Dinge und Industrie 4.0 auch die Anzahl der Cybercrime-Attacken zunehmen. Je größer die Infrastrukturen, die ein Unternehmen mit dem Internet verbinden, desto größer auch das Risiko empfindlicher Sicherheitslücken. Kaspersky hat dazu eine weltweite Untersuchung durchgeführt - und die deckt einen aus Sicherheitsaspekten desolaten Zustand auf. Aktuell sind über 220.000 Komponenten von industriellen Kontrollsystemen über das Netz weltweit verfügbar. Ganze 91,6 Prozent davon nutzen unsichere Internetprotokolle und sind damit für Angreifer leicht auszunutzen. In den vergangenen fünf Jahren sind die Schwachstellen innerhalb von Industrie-Komponenten laut der Studie um das zehnfache gestiegen.
Doch oft sind es gar keine professionellen Hacker und externe Kriminelle, die Cyberattacken verursachen. Laut einer IBM-Studie sind 60 Prozent der Attacken auf Unternehmen Insiderjobs und werden von Angestellten oder Ex-Angestellten begangen. Die meisten machen das mit Absicht, aber immerhin 15,5 Prozent der Vorfälle gehen auf Anwenderfehler zurück. IBM untersuchte für die Studie weltweit 1.157 Cyberattacken.
Quelle: Statista

 



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