Fahrerloses Fahren 05.12.2016, 09:10 Uhr

BMW fährt 2017 autonom in München herum

BMW will im kommenden Jahr erste Testfahrzeuge der 3er GT und 7er Serie vollautomatisch durch die Münchner Innenstadt fahren lassen, um wertvolle Daten für die autonome Zukunft zu sammeln.
(Quelle: BMW )
BMW testet autonom fahrende Autos heute bereits in der Stadt. Vom Computer allein gesteuerte Fahrzeuge seien schon im Münchner Vorort Garching unterwegs und nächstes Jahr auch in der Innenstadt von München, teilte das Unternehmen mit.
Die Testwagen - BMW 3er GT und 7er mit der Aufschrift "Connected drive" - seien vollautomatisch unterwegs. Ein Fahrer sitze aber am Lenkrad und könne im Notfall jederzeit eingreifen, erklärte Unternehmenssprecher Glenn Schmidt. Oft folge ein Begleitfahrzeug, um die Fahrweise des autonomes Autos zu beobachten.

Analyse von anderen Verkehrteilnehmern

Die Computer trainierten bei den Testfahrten zum Beispiel, das Verhalten von Fußgängern richtig einzuschätzen, erklärte BMW-Bereichschef Klaus Büttner. Wenn der Fußgänger den Fahrer anschaue, werde er das Auto wahrscheinlich vorbeifahren lassen - aber wenn er auf sein Handy schaue, könnte es gefährlich werden: "Das müssen wird dem Computer jetzt beibringen", sagte Büttner. "Die Autos lernen jetzt Sonderfälle."
Mercedes war 2013 bereits vollautonom durch einige süddeutsche Städte gefahren und ist heute in Stuttgart mit Testfahrzeugen unterwegs. Ein Team arbeite zum Beispiel daran, das Erkennen der für die eigene Fahrbahn zuständigen Ampel auf vielspurigen Straßen noch zu verbessern, sagte Daimler-Sprecher Bernhard Weidemann.

Autonomes Fahren spaltet die Meinungen

Die Autofahrer in Deutschland sind gespalten bei der Frage, ob sie in Roboterwagen einsteigen würden. Rund ein Drittel erklärten sich in einer repräsentativen Umfrage des Automobilclubs ADAC unter seinen Mitgliedern bereit dazu, 35 Prozent lehnten das ab. Zugleich hätten 29 Prozent noch keine klare Meinung, erklärte der ADAC am Sonntag zu den Ergebnissen der Erhebung. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" darüber berichtet.

Die Zukunft fährt autonom

Dass autonome Fahrzeuge in den Straßenverkehr in Deutschland kommen werden, denken unterdessen knapp zwei Drittel der ADAC-Mitglieder - und von ihnen glauben 40 Prozent, dass dies noch 11 bis 20 Jahre brauchen werde. Die Autoindustrie peilt derweil an, schon in fünf Jahren regulär selbstfahrende Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Als ein zentrales Argument für die Roboterwagen wird die Sicherheit angeführt: Über 90 Prozent der Unfälle gingen auf menschliche Fehler zurück.
Dabei glauben 37 Prozent der ADAC-Mitglieder, dass Menschen in unvermeidbaren Unfallsituationen "ethischer" handeln würden als Computer, denen das 15 Prozent zutrauen. Eine der Fragen in der Diskussion um selbstfahrende Autos ist, wessen Leben die Software bei nicht mehr zu vermeidenden Unfällen priorisieren soll.



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