Connected Car 10.10.2017, 11:10 Uhr

Mit der Blockchain auf Spritztour

Dass die Blockchain nicht nur im Zusammenhang mit Kryptowährungen zum Einsatz kommen muss, sondern auch im Connected Car eine große Zukunft vor sich hat, demonstriert das IBM-Forschungslabor in Rüschlikon.
(Quelle: ZF)
Die Blockchain sei mehr als nur die Basis von Kryptowährungen à la Bitcoin, sondern diene vielmehr als Grundlage von allen möglichen geschäftlichen Beziehungen der Zukunft. Diese Auffassung hat Andreas Kind vom IBM-Forschungslabor in Rüschlikon vertreten. Die Forscher zeigten im Rahmen eines Medientags dann auch gleich mehrere Projekte, die auf dem von IBM entwickelten Blockchain-Rahmenwerks Hyperledger Fabric 1.0 basieren. 
Mit Hilfe von Car eWallet kann sozusagen im Vorbeifahren mit dem Smartphone die Mautgebühr beglichen werden.
(Quelle: Jens Stark)
Sehr weit gediehen ist dabei ein System, das IBM zusammen mit dem Autozulieferer sowie Entwickler von Antriebs- und Fahrwerktechnik ZF Friedrichshafen und mit der Schweizer Großbank UBS entwickelt. Car eWallet heißt die Lösung, mit der Zahlvorgänge sicher durchgeführt werden können. Auf dem Campus konnten wir an einer kurzen Spritztour mit Car eWallet teilnehmen. Ein Elektro-Auto durchlief dabei einen kleinen Parcours, bei dem unter anderem an einer Mautstation Straßenzoll bezahlt, auf einem Parkplatz die Gebühr entrichtet und das "Tanken" von Strom abgerechnet wurde.
"Zentrales Element ist eine Smartphone-App, die noch weitere Dienste abdecken kann", erklärt Michael Rotter, Senior Consultant bei DoubleSlash, einem in Friedrichshafen ansässigen Softwareunternehmen, das mit ZF zusammenarbeitet, vor der Spritztour. Möglich wären so auch Systeme zum Carsharing und für die In-Car-Delivery. Denn über die App lässt sich das Auto - oder eben für letzteren Service nur der Kofferaum - öffnen. "Schon die Schlüsselfunktion wird über die Blockchain abgewickelt", sagt er weiter. "Dadurch kann nur die berechtigte Person das Auto öffnen".

Maut am Smartphone bezahlen

Für die drei Bezahldienste demonstrierte Rotter jeweils verschiedene Abrechnungsmodi. Als er sich der Mautstation näherte, erhielt er eine Bestätigungsmeldung auf das Smartphone, bei der er gefragt wurde, ob er den zu bezahlenden Betrag entrichten möchte. Nach der Bejahung, erfolgte die Bezahlung der Maut und die Ampel der Station wechselte auf grün. Die Benachrichtigungsfunktion könne auch ausgeschaltet werden, so dass die Abrechnung sozusagen im Vorbeifahren automatisch erfolge.
Beim Parken wurde im 10-Sekunden-Rhythmus die Gebühr abgebucht, sobald das Fahrzeug auf dem Parkfeld zum Stehen kam. "Ich bezahle so also nur für die effektiv genutzte Parkzeit", erklärt Rotter. "Mit dem System haben somit die Zeiten ein Ende, bei denen man für zwei Stunden im voraus bezahlt, aber nach einer Stunde schon wieder wegfährt".




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