Digitale Währung 07.12.2017, 09:16 Uhr

Bitcoin: Neuer Rekordwert für die "Erpresser-Währung"

Bitcoin-Anleger kommen derzeit aus dem Jubeln nicht heraus: Die Kryptowährung hat einen neuen Rekordwert von über 14.000 US-Dollar erreicht. Zeitgleich werden Bitcoins zunehmend zum beliebten Zahlungsmittel bei Erpressungen - wie im aktuellen DHL-Fall.
(Quelle: shutterstock.com/AnnaGarmatiy)
Der Bitcoin knackt eine Rekordmarke nach der nächsten: Am Donnerstagmorgen wurde eine Einheit der Digitalwährung über 14.000 US-Dollar gehandelt. Auf der großen Handelsplattform Bitstamp erreichte sie bis zu 14.199 US-Dollar. Als Grund für den jüngsten Kurssprung gilt die baldige Einführung von Terminkontrakten auf Bitcoins. Dabei wird ein "Basiswert" - das können Schweinehälften, Sojabohnen, Dollar oder eben Bitcoin sein - zu einem festen Preis schon heute verkauft. Grundidee ist, sich gegen künftige Preisschwankungen abzusichern.
Damit stößt die Digitalwährung in das traditionelle Finanzgeschäft vor. In der Branche ist das umstritten. Der Interessenverband "Futures Industry Association" kritisiert, die Regulierer hätten zu schnell und ohne intensive Diskussionen ihre Zustimmung erteilt.
Vergangenen Freitag hatte die US-Behörde CFTC grünes Licht für Bitcoin-Futures gegeben. Die US-Börse CBOE will Ende der Woche den ersten Bitcoin-Future in den Handel bringen, eine Woche später will die Chicago Mercantile Exchange (CME) folgen. Auch bei der japanischen Tokyo Financial Exchange wird über die Einführung eines Bitcoin-Futures nachgedacht.
Mit dem Start der Terminkontrakte werden Bitcoins für institutionelle Investoren besser handelbar. Einerseits können diese sich gegen künftige Preisschwankungen absichern. Andererseits kann aber auch auf Kursentwicklungen spekuliert werden. Für Neil Wilson von ETX Capital stellt die Einführung von Terminkontrakten den Versuch dar, den Bitcoin anderen Anlageformen anzugleichen. Das dürfte nicht im Sinne aller Bitcoin-Fans sein, denn viele von ihnen sehen in der Digitalwährung vor allem eine Alternative zu den klassischen Währungen.
Zu Jahresbeginn stand der Wert des Bitcoin noch bei 1.000 US-Dollar. Seither ist er auf einer rasanten Rekordjagd, die sich in den vergangenen Monaten zunehmend beschleunigt hat und mit teils hohen Kursschwankungen einhergeht. Unter anderem Notenbanker warnen vor der Unberechenbarkeit der Digitalwährung.

Erpresser fordern Bitcoins

Mit dem steigenden Wert des Bitcoin wird dieser aber auch zunehmend zur begehrten "Erpresser-Währung": Die Fälle, in denen etwa die IT eines Unternehmens lahm gelegt und nur gegen Bitcoin-Zahlungen wieder freigegeben wird, nehmen zu.
Im Juni dieses Jahres hatte beispielsweise eine weit angelegte Cyberattacke zahlreiche Firmen und Behörden in Ost- und Mitteleuropa sowie in den USA lahmgelegt. Die Erpresser forderten für die Wiederherstellung der Systeme Zahlungen in der Cyber-Währung. Bitcoins sind für die Erpresser interessant, da sie fälschungssicher sind und die Anonymität der Besitzer und Empfänger schützen.
Aktuellstes Opfer einer solchen Attacke ist der Paketzusteller DHL. Der Dienstleister soll zehn Millionen Euro in Bitcoins zahlen, andernfalls würden Paketbomben versendet werden, erste Angriffe gab es bereits.



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