Bekannteste Digitalwährung 06.11.2018, 09:38 Uhr

Der Bitcoin wird 10 Jahre alt

Bitcoins gelten als eine der großen wirtschaftlichen Phänomene unserer Zeit. Experten sehen in dem technischen Mechanismus hinter der Digitalwährung die Lösung für viele Sicherheitsprobleme. Wir werfen einen Blick auf die Meilensteine der vergangenen zehn Jahre.
(Quelle: shutterstock.com/Sashkin )
Die Digitalwährung Bitcoin ist zu einem der großen wirtschaftlichen Phänomene unserer Zeit geworden. Ihr sagenhafter Kursanstieg in den vergangenen Jahren befeuerte Träume von schnellem Reichtum, die massiven Wertschwankungen weckten die Angst vor dem Platzen einer gewaltigen Spekulationsblase. Experten sehen vor allem in dem technischen Mechanismus hinter dem Bitcoin die Lösung für viele Sicherheitsprobleme.

Der Grundstein für den Bitcoin wurde vor zehn Jahren gelegt. Jemand veröffentlichte unter dem Namen "Satoshi Nakamoto" ein Papier, das die Prinzipien für autonomes digitales Geld beschrieb. Es war eine revolutionäre Idee: keine Kontrolle durch eine Zentralbank, keine nationale Grenzen.
Für Vertrauenswürdigkeit und Absicherung soll stattdessen ein Mechanismus mit dem Namen Blockchain sorgen. Grob beschrieben werden alle Transaktionen nacheinander registriert - versucht jemand, an dieser Kette von Datenblöcken herumzudoktern, fällt das sofort auf, weil es viele Kopien gibt. So können die virtuellen Münzen auch nicht mehrfach ausgegeben werden. Die Bitcoin-Einheiten werden in komplexen mathematischen Verfahren am Computer generiert. Ihre mögliche Menge ist beschränkt, und je weiter man kommt, desto aufwendiger wird der "Schürf"-Prozess.

Das "Satoshi"-Manifest

Der Link zum "Satoshi"-Manifest wurde im November 2008 in einer Mailing-Liste veröffentlicht. Rund zwei Monate später stand die Software dazu. Der Vorstoß fiel in eine wirtschaftlich turbulente Zeit: Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers unter der Last fauler Immobilienkredite in den USA hatte das globale Finanzsystem in die Krise gestürzt. Der Bitcoin tauchte aus dem Nichts als eine Alternative auf.

"Satoshi Nakamoto" wird rund eine Million Bitcoin zugerechnet. Dieser Schatz - nach aktuellem Kurs wäre er rund 5,6 Milliarden Euro wert - blieb aber bisher unangetastet. Die Frage, wer hinter dem Namen steckt, wurde zu einem großen Rätsel, das viele lösen wollten. "Satoshi" kommunizierte mit seinen frühen Mitstreitern stets nur elektronisch, bevor er sich nach einigen Jahren zurückzog.

Diverse Krypto-Experten wurden einzeln oder gemeinsam als Bitcoin-Urheber vermutet. Das Magazin "Newsweek" glaubte 2014, einen pensionierten kalifornischen Ingenieur, der früher tatsächlich Satoshi Nakamoto hieß, als Strippenzieher ausgemacht zu haben. Er stritt alles ab. Dann schien das Geheimnis im Mai 2016 gelüftet zu sein: Der in der Bitcoin-Szene gut bekannte australische Unternehmer Craig Wright, erklärte, er sei "Satoshi", und wollte die Behauptung unter anderem mit dem Krypto-Schlüssel des Erfinders untermauern. Doch ziemlich schnell meldeten Experten Zweifel an der Demonstration an. Wright kündigte erst an, als ultimativen Beweis Bitcoin aus dem "Satoshi"-Paket zu bewegen - und machte dann einen Rückzieher. So bleibt die Frage, wer "Satoshi Nakamoto" ist, weiter offen.

Auch wenn Kryptowährungen einen Dämpfer erhalten haben, ist ihre wachsende Bedeutung nicht mehr zu leugnen. INTERNET WORLD BUSINESS stellt die wichtigsten virtuellen Währungen vor.




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