Gegen Google und Facebook: Konkurrenz um Werbebudgets

Künstliche Intelligenz gewinnt an Relevanz

Aber Sie können zumindest benennen, in welchen Bereichen Sie sich umsehen.
Kleiser: Im weitesten Sinn im Bereich Analyse, da Daten und Datenintelligenz im digitalen Werbegeschäft bereits heute ein zentraler Faktor sind und Themen wie künstliche Intelligenz künftig immer weiter an Relevanz gewinnen werden.
Was fehlt denn noch in Ihrem Portfolio?
Schneidmadl: In unserem Adtech-Stack versuchen wir natürlich, die gesamte Wertschöpfungskette digitaler Werbung abzudecken - alle Formate, alle Kanäle, alle Endgeräte. Dafür wollen wir die technologische Auslieferungsstrecke und die relevanten Daten- und Analysesysteme liefern. Aktuell liegt ein Fokus darauf, TV programmatisch abbilden zu können.
Quelle: INTERNET WORLD Business
Digitale Bewegtbildwerbung wächst stark und das Medienhaus ProSiebenSat.1 Group ist mit 51 Prozent an der Virtual Minds AG beteiligt ist. Kein Wunder also, dass Sie einen starken Fokus auf Video und Bewegtbild haben. Was gab den Ausschlag für die Beteiligung des Medienkonzerns an Virtual Minds?

Kleiser: Das Ziel ist, in Europa eine eigenständige, neutrale Adtech-Plattform zu etablieren, um die technologische Unabhängigkeit von den großen US-amerikanischen Playern sicherzustellen. Das war auch genau der Punkt, an dem wir zusammengefunden haben. Wir wollten einen Shareholder, der auf unabhängige Technologie baut und diese Idee mit uns weitertreibt und langfristig weiterentwickelt, weil der deutsche Markt ansonsten in Abhängigkeitsverhältnisse gerät, die eigentlich niemand haben möchte.
Wie unabhängig sind denn die Unternehmen der Virtual-Minds-Gruppe noch, wenn ProSiebenSat.1 die Hälfte der Anteile besitzt?
Kleiser: Sehr unabhängig. Das haben wir in unserem Geschäftsinteresse und damit letztlich auch im Interesse aller unserer Shareholder sichergestellt. Und wir haben ja nicht nur einen großen Anker-Shareholder, sondern drei Shareholder-Gruppen: die "Alt-Shareholder", United Internet mit 25,1 Prozent und ProSiebenSat.1 mit 51 Prozent.
Schneidmadl: Die Virtual Minds ist eine AG, das heißt der Vorstand führt das Geschäft und wir müssen zum Wohl der Firma agieren, nicht im Interesse einzelner Gesellschafter. Das Ziel unserer Gesellschafter war und ist unverändert, einen neutralen, allen Marktteilnehmern offenstehenden Player im Adtechnologie-Markt als Gegengewicht zu den Walled Gardens der US-Plattformen zu erhalten. ProSiebenSat.1 hat einen strategischen Bedarf an Adtechnologie für sein Kerngeschäft. Im TV-Markt entsteht gerade einer der größten programmatischen Märkte der Zukunft, auch wenn es vielleicht noch drei bis fünf Jahre braucht, bis sich Programmatic TV durchsetzt.  Aber dann ist es ein Milliardenmarkt. An diesem Punkt treffen sich deren Strategie und unsere und zusätzlich die Nachfrage des Marktes. Aber es gab nie und von keiner Seite Bestrebungen, an unserer Unabhängigkeit etwas zu ändern.



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