Start-up vorgestellt 14.09.2016, 08:10 Uhr

Packator: Abholen, verpacken, liefern

Das Start-up Packator verpackt Waren, holt Pakete bei Händlern und Kunden ab und unterstützt Unternehmen bei ihren Postdiensten. Nach Berlin startet der Dienst demnächst in München.
Packator holt Pakete ab und bringt sie zur Post oder stellt sie zu.
(Quelle: Unternehmen )
Pakete packen, sich in die Schlange bei der Post einreihen, warten: Darüber ärgerten sich Michael Walser und Dejan Jocic so, dass sie mit Freunden eine Dienstleistung entwickelten und im Spätherbst 2015 ein Unternehmen gründeten: "Wir holen Versandgüter oder Pakete ab, verpacken sie bei Bedarf und bringen sie zu Paketdiensten wie DHL, Hermes und Speditionen oder stellen sie per Kurier gleich zu“, fasst Walser das Angebot von Packator zusammen. "So sammeln wir an einem zentralen Hub Briefe und ­Pakete."
Die Paketdienste ­bedanken sich beim Berliner Start-up mit Volumenrabatten und Preisnachlässen, von denen Packator seine Boten bezahlt, die Pakete abholen oder auch als Kuriere in Berlin zustellen. Wie die Fulfillment-Kunden ihre Sendungen organisieren sich auch die 200 Boten in Berlin per App. "Wir lotsen unsere Heroes zu Kunden in der Nähe und optimieren die Wege durch die Bündelung von Aufträgen", berichtet Walser. Die Hoffnung ist, dass die wachsende Auslastung des Start-ups mit Paketen auch den freien Mitarbeitern mehr Aufträge und damit auch mehr Verdienst bringen. Noch sind 15 bis 18 Euro Stundenlohn absolut spitze und kommen selten vor.

Outsourcing von Fulfillment und Logistik

Es sind durchaus auch Privatleute, die von Packator Pakete abholen und zur Post bringen lassen. Aber mehr noch schätzen Händler und Unternehmen den Service. "Für Privatkunden ist die Abholung gratis", erklärt Walser, "Händlern und Unternehmen bieten wir mehr Service und öffnen uns damit weitere Einnahmequellen."
Firmen lagern inzwischen ihre Postservices zu Packator aus, das Start-up verpackt Waren, frankiert Briefe, holt sie bei unterschiedlichen Niederlassungen ab und stellt sie express zu. So liefern Packator-Boten bereits für einen Berliner Händler Klamotten an Kunden aus, kümmern sich um die Ersatzteile eines IT-Services, und für einen Berliner Verlag stellt Packator Warensendungen und Drucksachen zu und sorgt für die Poststelle.
"Wir sind das Fulfillment-Starterset von eBay- und Amazonhändlern, es gibt einen Bedarf für diese Dienstleistungen", beobachtet Walser. "Den Unternehmen geht es gar nicht darum, Kosten zu sparen, sondern lästige Aufgaben auszulagern."
Packator startete im November 2015 in Berlin und expandiert nun nach nach München und in eine weitere deutsche Großstadt. Gerade werden erste Unternehmenskunden und vor allem Boten oder heroes dort geworben. Mittelfristig steht die Internationalisierung auf dem Plan des Gründertrios. Im Team um Walser sammelt sich viel Management- und Fulfillment-Erfahrung: Walser hat bereits das Internet-Unternehmen Meconic gegründet, Jocic managt außerdem in Serbien einen Fernsehsender und Bernhard Dietel hat Simonvoss, einen Anbieter von Kartenschließanlagen ins Leben gerufen.
Allerdings ist Packtor nicht der erste Pack- und Paketdienstleister. In den USA bieten Shyp oder Weengs ähnliche Services, in München bietet wiederum Tiramizoo Lieferdienste an. "Unsere Konkurrenz konzentriert sich vor allem auf Unternehmen", grenzt Walser Packtor von der Konkurrenz ab. "Unsere Dienstleistungen sprechen auch Privatkunden und vor allem mittelständische Unternehmen an." Diese Kunden, so die Hoffnung von Packator, bringen schnelleres Wachstum.



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