Beteiligung 29.04.2016, 09:45 Uhr

Apple: Unbequemer Investor Icahn verkauft alle Aktien

Der berüchtigte Investor Carl Icahn hat alle seine Apple-Aktien verkauft. Grund sei die Sorge um das Geschäft in China. An seiner Beteiligung habe er insgesamt zwei Milliarden US-Dollar verdient.
(Quelle: shutterstock.com/TK_Kurikawa)
Der als aggressiver Investor bekannte Milliardär Carl Icahn hat sich von seiner Apple-Beteiligung getrennt. Der Grund sei vor allem die Sorge um das Geschäft des iPhone-Konzerns in China gewesen, sagte Icahn am Donnerstag im TV-Sender CNBC.
Die Behörden könnten "einschreiten und es für Apple sehr schwierig machen, dort zu verkaufen", erklärte er. Vor kurzem war bekannt geworden, dass das Film- und E-Book-Angebot von Apple in China blockiert wurde. Die Regierung machte insgesamt deutlich, dass sie stärker gegen westlichen Einfluss vorgehen wolle.
Der chinesische Markt ist für Apple immer wichtiger geworden, der Konzern macht dort inzwischen rund ein Viertel seines Geschäfts. Apple-Chef Tim Cook kündigte zuletzt an, er werde auch ungeachtet der aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen in China die Investitionen dort nicht zurückfahren. Die Lage dort sei stabiler als befürchtet worden sei, sagte er.
Icahn hatte Apple-Papiere im Wert von mehreren Milliarden Dollar zusammengekauft und auf den Konzern Druck gemacht, Anteilseigner über Aktienrückkäufe und Dividenden stärker an den Milliardengewinnen zu beteiligen. Apple erhöhte die über mehrere Jahre verteilten Ausschüttungen dieses Woche um 50 Milliarden US-Dollar auf insgesamt 250 Milliarden US-Dollar. Icahn sagte, er habe an den Apple-Aktien etwa zwei Milliarden US-Dollar verdient.
Icahn hatte den Einstieg bei Apple im August 2013 bekanntgegeben. Ende vergangenen Jahres hielt er Anteile im Wert von rund fünf Milliarden US-Dollar.

Icahn ist berüchtigt für seine Strategie

Der 80-jährige Icahn ist berüchtigt für die Vorgehensweise, sich bei Unternehmen einzukaufen und dann Ausschüttungen oder eine Zerschlagung zu fordern. Auch für die Trennung von eBay und PayPal ist er so mitverantwortlich. Er halte Apple weiterhin für ein "großartiges Unternehmen", das von Cook gut geführt werde, und er könne sich einen späteren Wiedereinstieg vorstellen, sagte Icahn jetzt CNBC. Es könnte sich auch gut um eine Taktik des Investors handeln: Er spekuliert darauf, dass die Apple-Aktie zunächst weiterhin an Wert verliert, könnte dann vergleichsweise günstig kaufen bevor das Papier wieder steigt.
Icahn hatte früher stets erklärt, Apple sei an der Börse unterbewertet. Die Aktie verlor in den vergangenen zwölf Monaten wegen der Sorge der Anleger um das zukünftige Wachstum gut ein Viertel ihres Werts. Apple ist an der Börse aktuell gut 490 Milliarden US-Dollar wert - während der Konzern allein Geldreserven von 233 Milliarden US-Dollar hat.
Am Dienstag hatte Apple seine Anleger zum ersten Mal in 13 Jahren enttäuscht: Der Umsatz ging im zweiten Quartal des Geschäftsjahres um 13 Prozent auf 50,6 Milliarden US-Dollar zurück. Hauptgrund ist der Rückgang der iPhone-Verkäufe um 16 Prozent.



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