Praxistipp 07.06.2019, 08:11 Uhr

5 Tipps: So wird die App barrierefrei

Egal, ob die Sehfähigkeit oder die Motorik eingeschränkt ist - auch Menschen mit Handicap sollen Mobile Apps problemlos nutzen können. Und: Eine barrierefreie Gestaltung dient immer der Nutzerfreundlichkeit.
(Quelle: Fotolia.com/Scanrail)
Der Gesetzgeber hat mit dem Behindertengleichstellungsgesetz und der BITV, der "Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung", die Grundlage dafür geschaffen, dass auch Menschen mit Handicaps, wie beispielsweise Sehbehinderungen, IT-Lösungen nutzen können.
Barrierefreiheit kommt letztlich allen Nutzern digitaler Angebote zugute. Jeder kann mal in die Situation geraten, dass er sein Smartphone oder die Tastatur nicht bedienen kann, zum Beispiel bei einem Armbruch. Die Kommunikation via Sprachausgabe ist dann das Mittel der Wahl. Woran happert es bei aktuellen Apps noch und was ist bei der Anwendungsentwicklung zu berücksichtigen? Theresa Jordan, UX-/UI-Designerin bei Adesso Mobile Solutions, hat eine Checkliste zusammengestellt, um die häufigsten Mängel zu beheben:
1. Gestaltungsrichtlinien beachten
Halten Sie sich strikt an die bekannten User-Experience-Richtlinien. Damit verhindern Sie bereits die größten Barrieren.
2. Einfache Nutzung
Sorgen Sie für eine durchgehende Nutzbarkeit der App per Spracheingabe. So sollten alle Inhalte per Sprache durchsuchbar sein. Zudem sollten alle Bedienfelder mit einer Sprachausgabe hinterlegt sein, also auch Bilder und Grafiken. Stellen Sie sicher, dass die verwendete Spracherkennungssoftware über eine ausreichende Qualität verfügt. Anderenfalls kommt es häufig zu Nicht- und Falschverstehen, was das Nutzungserlebnis deutlich beeinträchtigt. Achten Sie darauf, dass Werbung und Pop-ups die Sprachausgabe nicht unterbrechen.

3. Captchas
Verzichten Sie auf Captchas. Die verzerrten Zahlen- und Buchstabenkombinationen sind für Sehbehinderte ­unüberwindbar, da die Sprachaus­gabe hier nicht funktioniert.

4. Darstellung bei Vergrößerung

Bei starker Vergrößerung können Elemente der Seite verrutschen, sodass sie nicht mehr zugeordnet werden können. Das bewirkt Verwirrung und Orientierungslosigkeit.

5. Keep it simple
Überladen Sie die App nicht mit Inhalten und Funktionen, konzentrieren Sie sich lieber auf die Kernfunktionen. Stellen Sie sicher, dass nach einem Update noch alle Features an der vorgesehenen Position sind und funktionieren.



Das könnte Sie auch interessieren