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Lukasz Gadowski
Sonstiges 29.01.2009
Sonstiges 29.01.2009

Spreadshirt muss Stellen kürzen

Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski

Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski

Das einstige Web-2.0-Vorzeigeunternehmen hat seine Wachstumsziele für 2008 verfehlt. Jetzt muss auf die Kostenbremse gedrückt werden.

Das Ziel war ehrgeizig: Das Jahr 2007 beendete das Web-2.0-Vorzeigeunternehmen Spreadshirt mit dem festen Plan, im kommenden Jahr um 50 bis 80 Prozent zu wachsen. Jetzt gibt Brand-Evangelist Andreas Milles via Blog bekannt: "Leider haben wir dieses Ziel verfehlt". Mit mehr als einer Million verkaufter T-Shirts betrug die Wachstumsrate 2008 unter dem Strich nur insgesamt 40 Prozent.
Und das hat Folgen für die Leipziger: "Wie jedes Unternehmen derzeit werden auch wir uns an die aktuelle Situation und niedrigere Wachstumsprognosen anpassen müssen. Mit anderen Worten bedeutet das: ein vergleichbares Wachstum ermöglichen, während wir noch stärker auf die Kosten achten müssen. Damit einhergehend wird es in manchen Abteilungen Umstruktierungen geben, die leider auch mit personellen Kürzungen verbunden sind. Die Umstrukturierungen betreffen vornehmlich das Headquarter, also die Bereiche, in denen wir mit einem höheren Wachstum geplant hatten und die teilweise außerhalb unseres Kernbereichs liegen", schreibt Milles. Die Produktionsstandorte seien nicht betroffen. Konkrete Zahlen zum Ausmaß der Kündigungswelle nennt er jedoch nicht.

Die jedoch finden sich auf dem Online-Portal Boocompany. Ein "Mr. Smith", offenbar Angestellter des Unternehmens, verrät dort, dass rund 20 Prozent der Belegschaft gekündigt werden soll. Darüber hinaus sollen befristete Arbeitsverträge nicht verlängert werden. "So gut wie alle Mitarbeiter bei Spreadshirt haben befristete Verträge, weshalb die Verkleinerung der Belegschaft wahrscheinlich deutlich über den 20 Prozent liegen wird", so der anonyme Informant. Spreadshirt-Pressesprecherin Eike Sievert kann diese Zahlen nicht bestätigen: "Die Zahlen sind absolut fiktiv und definitiv zu hoch", betont sie. Dem Unternehmen gehe es nicht schlecht und man sei auf das erzielte Ergebnis 2008 durchaus stolz. "Wir sind nur in einigen Bereichen nicht so gewachsen, wie man sich das Ende 2007 noch vorgestellt hat", sagt Sievert.

Dennoch gibt es auch Bereiche, die laut Milles personell weiter verstärkt werden sollen - beispielsweise im Bereich Controlling, Endkundengeschäft oder Sales Projekt Management. Als neue Projekte stehen auf der To-Do-Liste: Die Neugestaltung des "Mein-Spreadshirt"-Bereichs, die Neugestaltung des Bereichs "Verkaufen" mit besseren Vermarktungstools für Partner und Designer, bessere externe Vermarktungsmöglichkeiten, der Relaunch von LaFraise, mehr Schriftarten für T-Shirt-Designer sowie mehr Mode und Farben.

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