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Jessika Luca Nürnberger Versicherung
Sonstiges 27.07.2016
Sonstiges 27.07.2016

Jessika Luca, Nürnberger Versicherung "Kleine, kostengünstige Marketing-Aktionen mit Pokémon Go"

Jessika Luca, Content Marketing Managerin bei der Nürnberger Versicherung

Nürnberger Versicherung

Jessika Luca, Content Marketing Managerin bei der Nürnberger Versicherung

Nürnberger Versicherung

Die App läuft runder, die Spielerzahlen steigen weiter: Pokémon Go begeistert die Nutzer weltweit. Zeit für Unternehmen, aktiv zu werden. Die Nürnberger Versicherung zeigt, wie man die Hype-App nutzen kann.

Wie einst Snapchat ist Pokémon Go derzeit das Gesprächsthema Nummer eins in der jungen Zielgruppe - egal ob das Spiel geliebt oder gehasst wird. Um die App gewinnbringend zu monetarisieren, brauchen Unternehmen einen klaren Plan und ein feines Gefühl für die Bedürfnisse der Spieler.

Die Nürnberger Versicherung ist in Deutschland eines der ersten großen Unternehmen, die eine Aktion speziell für Pokémon Go aufgesetzt hat. Für zwei Stunden verwandelte sich der Außenbereich des Versicherers in eine Pokémon-Area. Rund 100 Spieler erschienen. Wir haben mit der zuständigen Content Marketing Managerin gesprochen.

Warum ist Pokémon Go für die Marketing-Strategie der Nürnberger Versicherung relevant?
Jessika Luca:
Alle Marketer sind stets auf der Suche nach Themen, die einen breiten Teil der jungen Zielgruppe anspricht. Das gelingt aktuell Pokémon Go. Unser Vorteil ist, dass der Nürnberger Business Tower, in dem wir beheimatet sind, eine Arena ist und wir zudem auf unserem Areal drei Poké-Stops haben.

Die junge Zielgruppe war also der Anreiz für die Aktion?
Luca:
Ja. Es war für uns als Versicherung wichtig, aktiv zu werden, weil die Spieler, die die ersten beiden Pokémon-Editionen in ihrer Kindheit gespielt haben, heute zwischen 25 und 30 Jahre alt sind. Sie sind für uns eine sehr interessante Zielgruppe.

Wie vermittelt man komplizierte Versicherungsprodukte an Pokémon-Go-Spieler?
Luca:
Die Vermarktung von Produkten stand nicht im Vordergrund unserer Aktion. Es ging darum, Kontakte mit der für uns interessanten Zielgruppe zu knüpfen und dadurch die Aufmerksamkeit für die Marke Nürnberger Versicherung zu wecken und Sympathiepunkte zu sammeln.

Wie sind Sie während der Aktion auf die Spieler zugegangen?
Luca:
Zu Beginn der Aktion haben wir bei einem unserer Poké-Stops Lockmodule ausgelegt. Das haben wir mit einem Gewinnspiel verbunden. Der Preis waren Power-Banks. (Anmerkung der Redaktion: Pokémon Go hat einen extrem hohen Akkubedarf) Da wir alle selbst Pokémon Go spielen, haben wir schnell einen Anknüpfungspunkt mit den anwesenden Spielern gefunden. Da hatten wir keine Probleme.

Was musste man tun, um eine Power-Bank zu gewinnen?
Luca:
Die Teilnehmer konnten ein Formular ausfüllen und vor Ort abgeben. Anschließend haben wir die Gewinner ausgelost und per E-Mail benachrichtigt.

Wie war die Resonanz der Spieler auf Ihre Aktion?
Luca:
Die Resonanz vor Ort und über Facebook war sehr positiv. Bereits vor der Aktion haben wir einen Facebook-Post zum Thema Pokémon Go veröffentlicht. Der Post erzielte eine hohe, organische Reichweite und eine beachtliche Anzahl an Interaktionen. Das war für uns Anlass genug, eine Marketing-Aktion zum Thema Pokémon Go zu planen und durchzuführen. Und auch im Nachhinein war die Resonanz via Social Media und E-Mail sehr gut. Die Spieler haben sich bedankt und waren positiv von unserer Aktion überrascht.

Gab es intern Hürden zu überwinden?
Luca:
Bei der Nürnberger Versicherung gibt es zur Zeit viele neue Ansätze, mit der jüngeren Zielgruppe zu kommunizieren. Diese Aktion passte perfekt dazu. Und deshalb hatten wir sofort grünes Licht dafür bekommen.

Wie viel Marketing-Budget haben Sie investiert?
Luca:
Im Moment kann man kleine Marketing-Aktionen mit Pokémon Go sehr kostengünstig umsetzen. Insgesamt waren die Investitionen sehr niedrig. Lustigerweise war es unsere Intention, viele Lockmodule auszulegen (Anmerkung der Redaktion: ein Lockmodul kostet 0,99 Cent), aber teilweise waren die anwesenden Spieler schneller, sodass sich das im Rahmen gehalten hat.

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