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Sonstiges 29.03.2017
Sonstiges 29.03.2017

Sponsored Post Hochdynamischer M&A Markt im deutschen Digitalsegment

Hampleton Partners
Hampleton Partners

Nahezu jede Woche liest man derzeit von Übernahmen und Mergern im Digitalmarkt. Die Konsolidierung und Kauflust scheint aktuell keine Grenzen zu kennen.

Interview mit dem Gründer von Hampleton Partners (London) Miro Parizek sowie Ralph Hübner, der als Sector Principal die Märkte E-Commerce und Digital Marketing verantwortet. Im letzten Jahr hat Hampleton Partners in Deutschland u.a. den Verkauf von Tradebyte an Zalando und den von Pixi* an Descartes begleitet.

Der Mergers and Acquisiton Markt ist gerade hochdynamisch, oder?
Miro Parizek
: Ja, durchaus kann man gerade von einem mehr als hochdynamischem Markt sprechen. In den USA und UK sind Deal Flow und Bewertungen schon seit einiger Zeit auf einem "all time high", aber auch in Deutschland kommen jetzt Marktsegmente in Bewegung, die bislang eher im Dornröschenschlaf waren.

Also schon eher ein dynamischer Höhepunkt und die Luft ist bald wieder raus?
Ralph Hübner
: Wir werden sicher nicht unbegrenzt auf einem solchen Niveau verharren. Aber es gibt derzeit auch fundamentale Gründe für die Konzentrationstrends.

Und die wären?
Hübner
: Auf beiden Seiten der Deal-Motivation, also bei Verkäufer und Käufer gibt es strategische Treiber, die das Drehbuch für viele Übernahmen schreiben. Nehmen wir zuerst die Verkäuferseite: egal ob im e-Commerce, im Digital Marketing oder auch bei den Agenturen. Viele Großkunden und Werbetreibende haben erst in den letzten Jahren wirklich ihre Budgets von analog zu online und e-commerce geshiftet. Hier geht es jetzt um ganz andere Budget-Volumina. Die kleineren Softwareunternehmen und Agenturen können aber nicht so leicht in all die neuen Themen wie programmatic, IoT, Big Data oder Virtual Reality investieren. Und das Personal ist bekanntlich auch knapp am Markt und wird immer teurer. Wachstum und Internationalisierung ist da fast nur noch mit einem starken Partner möglich.

Und auf der Käuferseite?

Miro Parizek von Hampleton

Miro Parizek, Principal Partner

Hampleton Partners

Parizek: Die Käufer schließen mit Ihren Übernahmen ihre Lücken, sowohl technologisch als auch regional und personell. Es braucht einfach zu lange, funktionierende Teams selbst aufzubauen. Da kauft man sich lieber eine funktionierende Einheit zu. Und es kommen noch zwei wichtige Faktoren hinzu. Zum einen wachsen E-Commerce und die verschiedenen Marketingdisziplinen nun wirklich zusammen, es soll alles aus einer Hand geboten werden können. Die großen Accounts verlangen danach. Zum anderen sehen wir auch ganz neue Käufergruppen, die den Markt treiben.

Sie meinen branchenfremde Investoren?
Parizek:
Ja, exakt. Wenn eine Agentur eine andere kauft, dann ist das immer auch ein wenig Nullsummenspiel. Wenn aber McKinsey, IBM, Mercedes-Benz oder Ströer in diese Märkte einsteigen, dann haben sie oft ganz andere Synergie-Hebel und können das vielfältiger kapitalisieren.

Wo liegen denn die Kaufpreise derzeit? Welche Faktoren spielen die Hauptrolle bei der Bewertung?
Hübner:
  Klassische Faktoren sind natürlich Umsatz, Wachstum, Profit und Anzahl der Mitarbeiter. Die wirklich entscheidenden Faktoren für einen erfolgreichen Deal variieren jedoch sehr stark, so dass man hier nicht pauschalisieren kann. Es wäre zu einfach zu sagen, dass man einen bestimmten Gewinn machen muss oder eine gewisse Größe des Unternehmens erreicht haben muss.

Geht es nicht genauer?
Parizek:
In unseren veröffentlichten Quartalsreports zu den einzelnen Marktsegmenten kann man sich die Durchschnittswerte ja herauslesen. Aber es sind eben Median-Werte. Im Bereich e-Commerce pendeln wir hier gerade bei 3 x Jahresumsatz und im Digital Marketing sind es 13 x Jahresgewinn, um zwei Referenzwerte zu nennen.
Hübner: Wir sollten hier aber auch noch zwei Aspekte betonen: Insbesondere in Deutschland wird die Mehrheit der Übernahmen nicht öffentlich gemacht, zumindest was die Kaufpreise angeht. Und dann dürfen wir auch nicht die Merger à la diva-e und PI/A verwechseln mit Übernahmen wie die von Zalando bei Tradebyte oder IBM mit aperto/ecx.io. Da greifen ganz andere Metriken! Da ist viel mehr "Phantasie" im Spiel.

Was raten Sie denn dann den deutschen "mittelständischen" Softwarehäusern und Agenturen?

Ralph Hübner von Hampleton

Ralph Hübner, Sector Principal

Hampleton Partners

Hübner: Nun, es ist derzeit sicherlich die richtige Zeit, sich hier Gedanken zu machen, was man die kommenden 2-3 Jahre erreichen will und aus eigener Kraft erreichen kann. Wir sprechen derzeit nicht umsonst mit 6 Agenturen der deutschen TOP-50. Man hat im Markt die Chancen erkannt. Und es ist das gute Recht eines Gründers, sich hier für viele Jahre harte Arbeit belohnen zu lassen. Ich denke Herr Schrader ist da schon ein Referenzcase. Wie im Sport, verpasst man leicht mal die Chance, zum Höhepunkt der Karriere aufzuhören.

Und wie gestaltet man so ein Unterfangen? Man kann ja schlecht eine Kleinanzeige "zu verkaufen" in der INTERNET WORLD Business aufgeben?
Parizek
: Man kann es damit versuchen, vielleicht am 1. April. Im Ernst: Dieses Projekt ist durchaus komplex und für die meisten eine "once in a lifetime" Angelegenheit. Deshalb hat man meist auch keine Erfahrung damit und holt sich Hilfe von außen. Nicht zuletzt, weil all das sehr diskret ablaufen muss und die Unternehmer sich auch weiterhin um das daily business kümmern müssen. So ein Projekt dauert schließlich 6-9 Monate und verfehlte Planzahlen am Ende der Verhandlungen sorgen bei der Käuferseite leicht für schwere allergische Reaktionen und schmälern die Bewertung oder gefährden gar den ganzen Deal.

Wieso dauert das 6-9 Monate? Den sprichwörtlichen "Handshake-Deal" gibt es demnach nicht mehr?
Hübner
: Ich freue mich für jeden Unternehmer, der seine Company per Handshake am Tresen verkauft. Aber so läuft das eher selten und schon gar nicht, wenn Sie einen Käufer aus dem Ausland gewinnen wollen. Sie benötigen einige Wochen Zeit zur Aufbereitung der Unternehmensdaten und dann sprechen wir - in Abstimmung mit unserem Mandanten - rund 60-70 potentielle Käufer an. Das braucht seine Zeit. Wenn Sie dann mit einer börsennotierten Käuferseite verhandeln, gibt das auch im letzten Drittel des Projekts noch einige Details zu klären, wie Sie sich sicher vorstellen können.

Letzte Frage an Sie als Amerikaner, Herr Parizek: Sehen Sie die deutschen Digital-Unternehmen zukünftig eher als Käufer oder Gekaufte?
Parizek:
Es wird Sie überraschen, aber entgegen der landläufigen Meinung finden viele deutsch-deutsche oder innereuropäische Deals statt. Die großen Deals wie Microsoft/Linkedin oder Accenture/Sinner-Schrader verzerren hier leicht mal das Bild. Aber in einem Punkt haben Sie schon recht: in den USA und UK sitzt das Geld schon lockerer für M&A. Ein nennenswerter Teil des bevorstehenden Konsolidierungsdrucks wird aus dem Ausland kommen.

Vielen Dank für das Gespräch

Erfahren Sie mehr zum Thema M&A, Transaktionen, Top-Käufern in unserem Webinar am 27. April um 15 Uhr. Informieren Sie sich hier oder melden Sie sich gleich unten dazu an.

Medienkontakt:
Andrea Deutschmanek, Head of Marketing
andrea@hampletonpartners.com
+44 203 728 6915

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