INTERNET WORLD Business Logo Abo
Fusion
Sonstiges 07.07.2016
Sonstiges 07.07.2016

Milliarden-Fusion Antiviren-Spezialisten: Avast plant Übernahme des Konkurrenten AVG

Shutterstock.com/Ferbies
Shutterstock.com/Ferbies

Der Antiviren-Spezialist Avast übernimmt den Wettbewerber AVG für rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Zusammen sollen die AV-Riesen über 400 Millionen Nutzer zählen.

Die Aussichten auf gute Geschäfte mit IT-Sicherheit sorgen für eine weitere Milliarden-Fusion: Der Anbieter Avast übernimmt den Konkurrenten AVG. Der Kaufpreis liegt bei etwa 1,3 Milliarden US-Dollar (knapp 1,2 Milliarden Euro), wie Avast am Donnerstag mitteilte.

Das Angebot von 25 US-Dollar je Aktie bedeutet einen Aufpreis von einem Drittel auf den AVG-Schlusskurs von Mittwoch. Zusammen kommen die beiden Anbieter auf 400 Millionen Installationen ihrer Software, davon 160 Millionen auf mobilen Geräten.

Das Geschäft mit IT-Sicherheit gilt angesichts der wachsenden Bedrohungen durch Cyberangriffe unter Finanzinvestoren als lukrativ. Allerdings ist der Markt sehr fragmentiert. Neue Player machen etablierten Anbietern von Antiviren-Software mit alternativen Ansätzen Konkurrenz. Sie überwachen zum Beispiel den Datenverkehr, statt nach bekannten Viren zu suchen.

Vincent Steckler

Der Geschäftsführer des Sicherheitssoftware Herstellers Avast, Vincent Steckler, auf der diesjährigen CeBIT Messe in Hannover.

Ole Spata

Avast und AVG wurden beide vor mehr als 20 Jahren in Tschechien gegründet und expandierten später global. Avast plante vor einigen Jahren auch einen Börsengang, sagte ihn dann jedoch unter Hinweis auf ungünstige Marktbedingungen ab.

"Unsere Branche entwickelt sich gerade rasant weiter und die Übernahme gibt uns die nötige Reichweite und technologische Tiefe als bevorzugter Sicherheitsanbieter für unsere derzeitigen und künftigen Kunden zu agieren," kommentiert Vince Steckler, Chief Executive Officer von Avast.

Bewegung auf dem IT-Sicherheitsmarkt

Erst vergangene Woche machten Gerüchte über einen möglichen Ausstieg des Chipriesen Intel aus der Sicherheitsbranche die Runde. Ein Verkauf der Sicherheitssparte könnte den Folgen der PC-Flaute entgegenwirken.

Indessen hatte der US-amerikanische Security-Spezialist Symantec im Juni die Übernahme des Konkurrenten Blue Coat für 4,65 Milliarden US-Dollar angekündigt. Die Akquise soll das Unternehmen fit für den starken Wettbewerb in der IT-Sicherheit machen. Zuletzt fiel Symantec bei der Entwicklung neuer Abwehrtechniken gegen ernstere Bedrohungen hinter Konkurrenten wie Palo Alto Networks, FireEye und andere zurück.

Das könnte Sie auch interessieren