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Sonstiges 20.03.2013
Sonstiges 20.03.2013

Praxisbeispiel Lebensmittelverkauf im Internet

Tante Emma Reloaded

Stationärer Laden, Web-Shop und "Virtual Shelf": Multichannel kann funktionieren und sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel begeistern - das hat der Online-Supermarkt Emmas Enkel spätestens auf der diesjährigen Cebit bewiesen. Was die Strategie hinter dem Erfolgskonzept ist, erklärte der Geschäftsführer und Mitgründer Sebastian Diehl auf dem Internet World Kongress.

Die großen Läden wie Rewe, Tengelmann und Co. wagen sich im E-Commerce noch nicht wirklich vor - daher braucht es offenbar kleine Start-ups, um zu zeigen, dass sich auch der Verkauf von Lebensmitteln online und offline gut verzahnen lässt. Ein kreatives Multichannel-Konzept legt hier seit gut 20 Monaten Emmas Enkel vor. Wie die Strategie genau aussieht, erklärte Sebastian Diehl, Geschäftsführer und Mitgründer des Shops, auf dem Internet World Kongress.

Wie Diehl betont, setzt Emmas Enkel dabei vor allem auf die zeitnahe und frische Lieferung von FMCG (Fast moving consumer goods). Da die Bedenken bei Kunden - vor allem was frisches Obst und Gemüse anbelangt - im Online-Bereich oft groß sind, will Emmas Enkel mit stationären Läden unter dem vielversprechenden Namen "Gute Stube" das Vertrauen wecken. Hier können die Kunden Produkte testen, aber auch kaufen. Weitere Anregungen gibt dazu die iPad Lounge sowie eine QR-Code-Wand - beides wirkungsvolle Instrumente, um sich von Wettbewerbern abzusetzen und eine Online-Verzahnung zu ermöglich, so Diehl.

Komplettiert wird das Multichannel-Konzept durch einen Online-Auftritt, in Kürze soll ein "Virtual Shelf", also ein interaktives Regal nach dem Vorbild der britischen Supermarktkette Tesco folgen. Zu den ersten Bewunderinnen zählte auf der Cebit 2013 bereits Angela Merkel. Ebenfalls bald soll auch eine mobil optimierte Website sowie die passende App inklusive Rezepte kommen.

Emmas Enkel setzt außerdem auf den im Vergleich schon fast altmodisch erscheinden Rückrufservice - also das klassische Telefon. Der Shop, der individuelle Warenkörbe zusammenstellt und innerhalb von drei Stunden liefert, ist nach eigenen Angaben in allen Kanälen erfolgreich, der Umsatz mit den Online-Einkäufen sei jedoch rund sechs bis acht Mal höher als mit den stationären.

Wie Diehl erklärt, sei es im Multichannel vor allem wichtig, ein Corporate-Design streng durchzuziehen. Emmas Enkel primäre Optik - eine Regalwand im originalen "Tante-Emma"-Stil - zieht sich durch alle Kanäle. Auch Social Media ist für den Durchstarter ein Thema - hier vor allem Facebook und Youtube. In naher Zukunft sollen neben Düsseldorf auch Filialen in Essen entstehen, außerdem will Diehl verstärkt auf das Franchising-Konzept setzen.

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