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Darren Huston von Microsoft im Interview
Sonstiges 17.09.2010
Sonstiges 17.09.2010

Darren Huston von Microsoft im Interview "Wir wollen relevant werden"

Über Windows Phone 7, die Personalisierung von Smartphones und Microsofts Image sprach INTERNET WORLD Business mit Darren Huston Vice President Consumer & Online.

Auf dem wichtigsten Screen der Zukunft, dem Mobiltelefon, haben Sie derzeit keine besonders gute Position. Wie wollen Sie das verbessern?

Darren Huston Wir sind stolz auf das, was wir bislang erreicht haben. Denn wir haben in den vergangenen Monaten viel gearbeitet, Feedback der Anwender eingeholt und an der Benutzerführung gefeilt. Jetzt sind wir bereit, um gemeinsam mit unseren Partnern eine neue Geräteklasse auszurollen. Jetzt können wir ein rundherum neues Telefonsystem präsentieren, das mit dem alten nichts mehr zu hat.Windows Phone 7 ist ein durch und durch modernes, zeitgemäßes Consumer-Smartphone

Was ist die beste Funktion?

Huston: Ich liebe es, wie die Tiles auf den Startschirm gebracht wurden. Man kann das Smartphone fantastisch personalisieren und die Dinge nach vorne bringen, die wirklich wichtig sind. Schließlich sind Apps auf dem Startschirm nicht alles. Viele Nutzer, die berufliches und privates unter einen Hut bringen wollen, sind E-Mails, der Kalender, Facebook oder einfach die Telefonnummer der eigenen Familie wichtiger.

Hervorragend ist außerdem die Xbox-Integration gelungen, die beeindruckende Spiele mitbringt. Und dann ist da noch die Suchfunktion mit bing, die zumindest in den USA ausgezeichnet funktioniert. 

Und in Deutschland?

Huston: In Deutschland müssen wir bei bing noch einige Arbeit zu erledigen, aber dann werden wir ein starkes Produkt bringen. bing ist beeindruckend schnell, bing eröffnet die nächste Generation der Suche. Aber natürlich ist auch die Konkurrenz stark. Uns ist bewusst, dass wir hier keine schnellen Erfolge erzielen werden. Es wird ein langer Wettstreit zwischen zwei IT-Giganten, der viel Geld und Arbeit verschlingen wird - zum Wohle der Kunden. Die werden vermutlich am meisten davon profitieren.

"Wir können auch cool sein"

Wird die Markteinführung von Phone 7 pünktlich über die Bühne gehen?

Huston: Alles läuft nach Plan. Gerade haben wir die Software fertiggestellt. Phone-7-Handys werden zum Weihnachtsgeschäft verfügbar sein.

Welches Betriebssystem stellt Sie eigentlich vor die größere Herausforderung: Android oder das iPhone?

Huston: Schwer zu sagen. Es handelt sich um ganz verschiedene Ansätze. Blackberry und iPhone verfolgen einen vertikalen Ansatz und bieten Software und Hardware aus einer Hand. Wir haben uns dagegen für ein horizontales Businessmodell entschieden, in dem der Kunde Soft- und Hardware unabhängig voneinander auswählen kann. Aber es ist schwer, dem einen oder anderen Ansatz generell Erfolg zuzusprechen. Beide Ansätze können funktionieren. Wir setzen selbst bei der Xbox auf ein vertikales Modell. Mit Windows Phone 7 werden wir unsere Handy-Strategie erstmals etwas mehr in die vertikale Richtung drehen: Wir geben einzelne Hardwarekomponenten spezifisch vor, um ein gutes Nutzererlebnis sicherzustellen. Man wird Windwows Phones in Zukunft auch viel leichter erkennen können, weil sie eine einheitliche Oberfläche aufweisen. Es bleibt eine horizontale Strategie mit einigen vertikalen Elementen.

Microsoft hat ein uncooles Image.Kann Microsoft überhaupt einen iPhone-Killer auf den Markt bringen?

Huston: Wir können auch sehr cool sein. Xbox ist cool, Kinect ist cool - und auch Windows ist auf eine sehr praktische Weise cool. Nicht trendig, aber magisch funktional. Ich denke, wir haben genug Coolness. Jetzt geht es darum, bei Consumern relevant zu werden.

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