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"Für die Monetarisierung ist die Reichweite essenziell"
Sonstiges 13.10.2010
Sonstiges 13.10.2010

So lassen sich mobile Apps monetarisieren "Eine große Reichweite ist essenziell"

Die dmexco stand in diesem Jahr ganz im Zeichen von Mobile. Für Unternehmen eröffnet sich damit eine Reihe von Möglichkeiten, um auf diesem Kanal aktiv zu werden. internetworld.de sprach mit Tilman Buchner Leiter des Competence Center Mobile Products & Services bei Scout24 über die verschiedenen Plattformen und die Möglichkeiten, Apps zu monetarisieren.

Das Angebot an mobilen Applikationen ist in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen. An Konzepten mangelt es nicht. Wie lässt sich mit Apps Geld verdienen?

Tilman Buchner: Um Apps  zu monetarisieren gibt es derzeit verschiedene Möglichkeiten. Zum einen geht das mithilfe von klassischer Werbung in der App. Außerdem lassen sich manche Inhalte sponsern. Einige Apps sind auf den direkten Abverkauf ausgerichtet und werden dadurch refinanziert. Andere stellen eine Plattform dar, die Angebote anderer vermittelt. Bei solchen Apps ist die Reichweite von entscheidender Bedeutung. Je mehr Kontaktpunkte generiert werden, desto eher kann ein Lead generiert werden.

Gibt es darüber hinaus Möglichkeiten, die nur mit Apps funktionieren?

Buchner: Ja, beispielsweise in unserer AutoScout24-App geben wir dem Nutzer die Möglichkeit, sich mittels eines Search Alerts über neue Angebote informieren zu lassen. Dazu nutzen wir die Push-Funktion des iPhones. Dieser Service muss extra gebucht werden. In manchen Fällen lassen sich auch Drittanbieter in die Apps integrieren. Wer zum Beispiel über seine App Autos verkauft, kann eine Bank mit ins Boot holen, die dem Kunden Finanzierungsangebote unterbreitet. Zusätzlich können technisch sehr gute mobile Anwendungen auch als White-Label-Lösung für Businesskunden angeboten werden.

Welche davon ist besonders erfolgversprechend?

Buchner: Bisher stehen alle noch gleichberechtigt nebeneinander, deshalb lässt sich das schwer sagen. Ich schätze, dass sie Integration von Drittanbietern und deren Dienstleistungen sich etablieren wird. Welche Monetarisierungsmodelle funktionieren, bestimmt natürlich der Markt. Essenziell für jede Art der Monetarisierung ist jedoch eine ausreichend große Reichweite.

Auf welche Plattform konzentrieren Sie sich mit ihren Apps, Android oder Apple?

Buchner: Bislang ist das iPhone die absolute Nummer eins in Deutschland. Die Verbreitung von Android wächst jedoch kräftig. Ich denke aber nicht, dass Android von der Verbreitung her Apple vor dem vierten Quartal 2011 überholen wird.

Pads werden noch ein riesiger Markt

Wie gehen Sie mit dem Thema iPad um?

Tilman Buchner: Unsere App funktioniert auch auf dem iPad. Allerdings läuft dort die User-Interaktion anders. Deshalb müssen Apps an die speziellen Erfordernisse des iPads angepasst werden. Die Scout24-Gruppe evaluiert kontinuierlich die Entwicklung von Pad-Lösungen sowohl im Bereich B2C als auch B2B.

Ist das iPad nur ein Strohfeuer oder wird es sich auch langfristig durchsetzen?

Buchner: Das iPad ist erst der Anfang. Wer in diesem Bereich die Technologieführerschaft übernehmen wird, bleibt abzuwarten. Sony und andere Konzerne im Bereich der Unterhaltungselektronik können hier sicherlich noch Vieles schaffen. Die Pads werden noch ein riesiger Markt werden.

Wahrscheinlich werden die Hersteller auf unterschiedliche Betriebssysteme setzen, wie gehen Sie damit um?

Buchner: Im Competence Center überlegen wir, wie wir diesem heterogenen Markt begegnen können. Wir sind dabei, eine Plattformstrategie zu entwickeln, um Skaleneffekte in der Gruppe zu erschließen und ein schnelleres Time to Market sicher zu stellen. Damit werden wir in der Lage sein, neue Apps schnell auf verschiedenen Plattformen zu starten. Zugleich können wir damit auch Überarbeitungen der Anwendungen schneller auf den Markt bringen. Schließlich muss so eine App regelmäßig ergänzt, optimiert und erweitert werden, um bei den Nutzern anzukommen.

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