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Sonstiges 13.06.2014
Sonstiges 13.06.2014

Alle gegen das iPhone Fünf Superphones im Vergleichstest

Das iPhone 5s muss sich im Vergleich gegen vier starke Android-Flaggschiffe der Konkurrenz behaupten. Alle Modelle liegen dank fast ebenbürtiger Technik so eng zusammen wie noch nie. Wer das Rennen macht, zeigt der Test.

Es klingt schon etwas absurd, das ­iPhone 5s als „alt“ zu bezeichnen – doch während der rund acht Monate Präsenz auf dem ­Smartphone-Markt mit seinen immer kürzeren Produktzyklen haben die Konkurren­ten teilweise mehrere neue Modelle herausgebracht. Selbst iPhone-Gegner von 2013 wie das Galaxy S4 oder das HTC One (M7), die noch auf dem Markt sind, wurden zumindest im Preis deutlich gesenkt.

Darauf hat Apple bisher verzichtet und verlangt mindestens 699 Euro für sein Produkt. Das HTC One (M8), das Samsung Galaxy S5 und das Sony Xperia Z2 sind zumindest beim Preis dem iPhone ebenbürtig, das Hua­wei Ascend P7 geht dagegen schon für 200 Euro weniger über den Tresen. Erstaunlich ist, dass man dem Preisbrecher aus China diesen Preisunterschied optisch nicht anmerkt: Huawei hat sein Smartphone mit einer hochwertigen Rückseite aus gehärtetem Glas versehen, was stark an das Sony erinnert, das ähnlich nobel erscheint.


Einen anderen Weg wählt HTC bei den Materialien, denn das One ist wie der Vorgänger aus einem Aluminiumblock geschmiedet und wirkt damit wieder sehr solide und wertig. Doch auch das iPhone kann optisch mithalten, denn die Rückseite aus Aluminium sieht noch immer sehr elegant aus.

Einen Nachteil haben alle diese vier Smartphones aber: Die hohe Stabilität des Gehäuses kann nur durch einen fest verbauten Akku gewährleistet werden. Lediglich beim Samsung ist dieser durch den Anwender wechselbar, dafür ist die Abdeckung auf der Rückseite des Galaxy S5 auch nur aus dünnem Kunststoff und knarzig. So ist das Flaggschiff der Koreaner für diese Preisklasse nicht wertig genug und verliert an Boden gegenüber der Konkurrenz. Wenigstens ist es zusammen mit dem Sony eines von zwei Modellen, die auch mal Wasser oder Dreck vertragen. Eine halbe Stunde im Wasserbad überstand unser Testgerät ohne Probleme.

Unterschiedliche Bedienung


Was die Anschlüsse und Tasten betrifft, so hat das Sony als einziges Modell eine eigene Kamerataste an der Seite. Apple, HTC und Huawei ermöglichen den direkten Aufruf des Knipsers zumindest aus dem Sperrscreen, nur bei Samsung muss das Hauptmenü bemüht werden. Ansonsten gibt es die üblichen Headset-Buchsen und Ladeanschlüsse im Micro-USB-Format. Nur ­Apple folgt noch immer eigenen Wegen und hat einen proprietären Ladestecker.

Eine physische Menütaste auf der Oberseite bauen nur noch Samsung und Apple ein, beide haben diese auch mit einem Fingerabdrucksensor versehen. Dieser funktioniert beim iPhone besonders gut als Sicherheitselement zum Entsperren des Geräts.

Die anderen Hersteller nutzen dagegen drei Softkeys, die im unteren Bereich des Bildschirms eingeblendet werden. Nur Samsung bietet dem Anwender dabei - neben Apple - den vollen Display-Platz, denn die Softkeys des Galaxy S5 befinden sich außerhalb des Screens neben der Menütaste. Nach etwas Gewöhnung ist aber bei allen fünf Kandidaten die Bedienung kein Problem.

Individuelle Oberflächen, Displays und Fazit

Dass Android bei der Nutzung nicht gleich Android ist, liegt an den individuellen Oberflächen der Hersteller wie Emotion UI bei Huawei oder Sense bei HTC. Diese greifen mehr oder weniger tief in das Betriebssystem ein. Das Ascend P7 mit der neuen Version des Emotion UI ähnelt zum Beispiel mit bunten App- und Widget-Symbolen, die in Ordner gepackt werden können, dem ­iPhone.

Bei HTC ist das besondere Kennzeichen von Sense der "Blinkfeed", der News und Netzwerke aus diversen Quellen übersichtlich auf einen Screen bringt. Einen ähnlichen Feed hat Samsung mit "my Magazine". Sony setzt dagegen auf Widgets in unterschiedlichen Größen, die der Anwender seinen Wünschen anpassen kann.

Am attraktivsten wirkt die bunte Oberfläche des Samsung, die auch besondere Programme wie einen Schrittzähler bei Bedarf einblendet. Selbst einen Pulsmesser, der unterhalb der Kameralinse auf der Rückseite angebracht ist, bietet der kleine Koreaner. Umso dringender scheint ein Facelift für iOS zu sein, denn vor allem die Struktur der Benutzeroberfläche mit Apps in starrer Größe (oder eher Winzigkeit) wirkt ziemlich veraltet. Auch einen optisch ansprechenden Newsfeed vermisst der Anwender.

Dafür ist die Oberfläche offenbar schön schlank, was den Rechenbedarf angeht, denn das iPhone 5s ist immer noch schnell und geht im Alltag auch mit vielen media­len Elementen im Speicher nicht in die Knie. Die Konkurrenz hat mit schnellen Quadcore-Prozessoren aufgerüstet, wobei das Huawei mit 1,8 GHz das Schlusslicht und das Samsung mit 2,5 GHz die Spitze darstellen.

In der Realität sind hier Tempo-Unterschiede aber kaum wahrnehmbar. Das gilt auch für den Datenspeicher, wo alle 16 GB spendieren und außer Apple auch eine Erweiterungsmöglichkeit per MicroSD vorhalten. Das iPhone 5s kann gegen einen Aufpreis von 100 oder 200 Euro auf 32 oder 64 GB gebracht werden - was leider deutlich teurer ist als eine einfache MicroSD-Karte.

Opulente Displays


Auch das Display des Apple-Kultgeräts ist mit seiner bescheidenen Diagonale von vier Zoll (10,16 Zentimeter) nicht mehr auf der Höhe der Zeit, und selbst die einst spektakuläre Auflösung von 1.136 x 640 Pixeln steht inzwischen hinter der Full-HD-Konkurrenz zurück. Im Alltag fällt das aber weniger auf, zudem ist die einhändige Bedienung zumindest ein Vorteil des kleinen Displays. Die anderen Smartphones liegen in der Qualität des Bildschirms eng beisammen und bieten ein sehr hohes Niveau. Am hellsten strahlt die Super-Amoled-Anzeige von Samsung.

Beim Soundcheck hat dann das Sony die besten Karten, denn es bietet als einziges Smartphone eine digitale Geräuschunterdrückung im Gerät, die mit dem mitgelieferten Stereo-Kopfhörer für einen ganz neuen Klanggenuss sorgt. Die besten Lautsprecher hat hingegen das HTC, was vor allem an der Platzierung an der Oberseite liegen dürfte.

Diesen Bonus büßt das schicke Smartphone aus Taiwan wieder bei der Kamera ein, denn der 4-Megapixel-Knipser verliert trotz der herstellereigenen "Ultrapixel-Technologie" gegenüber der Konkurrenz an Boden, da die Bilder oft blass und weniger kontrastreich erscheinen. Selbst das iPhone ist da noch deutlich besser und kommt etwa auf das Niveau des Huawei: Beide Kameras reichen für ordentliche Bilder im Alltag, wobei das Ascend P7 mit mehr Optionen punkten kann, während das iPhone kaum individuelle Einstellungen bietet, dafür aber eine sehr gute Automatik hat.

Am besten sind die Kameras von Sony und Samsung. Bei den Frontkameras ragt das Huawei mit seiner 8-Megapixel-Cam heraus, die mit vielen Funktionen wie einem Panorama-Shot absolut Selfie-tauglich ist.

Fazit

Die vier starken Konkurrenten zeigen dem iPhone inzwischen die Grenzen auf, trotzdem hat das Kult-Handy von Apple noch viele Reize. Das Samsung gewinnt hauchdünn, weil es das beste Technik- und Software-Paket bietet. Ein echter Tipp ist auch das Huawei, das zu einem fairen Preis viel Ausstattung und Design bietet.

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