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Sonstiges 24.07.2017
Sonstiges 24.07.2017

Online-Recruiting-Plattform Taledo: Jobvermittlung in zwei Minuten

Taledo Website
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Die Online-Recruiting-Plattform Taledo will den Markt mit digitalen Top-Kräften versorgen. Dazu wird kräftig selektiert: bei Unternehmen und Kandidaten.

Um die Jahrtausendwende starrten zahlreiche Zeitungsverleger entgeistert auf ihre Bilanzen. Wo früher zweistellige Wachstumsraten glänzten, die satte Gewinne bescherten, blickten sie plötzlich auf eine Kolonne roter Zahlen. Großen Anteil an dieser wirtschaftlichen Misere hatten die verschiedenen digitalen Anzeigenportale, die den gedruckten ­Medien über Nacht ein einträgliches ­Geschäft streitig machten. Kfz-Anzeigen, Immobilieninserate und der Stellenmarkt wurden nun bei den neuen Online-Anbietern wie Stepstone, Monster oder Jobscout24 geschaltet. Im Internet sahen die Inserenten sie eindeutig besser aufgehoben.

Algorithmen und vereinfachte Bewerbung

Inzwischen gerät der Markt wieder in Bewegung. Eine neue Generation von Anbietern schickt sich an, mit ihren Ideen den digitalen Platzhirschen Anteile streitig zu machen. Eines dieser Start-ups ist Taledo. Die Plattform, die soeben ihren Markteintritt in Deutschland bekannt gab, formuliert den Anspruch, den Recruiting-Prozess noch einmal deutlich zu vereinfachen und den bestehenden Headhunter- und Stellenanzeigenmarkt komplett umzukrempeln. Geschehen soll dies mit einer klaren Positionierung, einer deutlichen Simplifizierung der Bewerbungsprozedur sowie dem Einsatz von Algorithmen.

Zunächst einmal: Taledo versteht sich als Recruiting-Portal für Top-Talente der Digital-Branche, die ihren Wirkungs­bereich mindestens in der mittleren Managementebene vermuten. Damit dieses Niveau erhalten bleibt, wird kräftig ausgesiebt. Nur fünf Prozent der Bewerber werden in die Datenbank aufgenommen, sagt Melikshah Ünver, einer der drei Gründer. Umgekehrt wird auch bei den Unternehmen selektiert. Uncoolen Firmen oder ­Arbeitgebern mit einem schlechten Leumund wird der Zugang verweigert, sie ­erhalten gar nicht erst die Möglichkeit, sich auf der Plattform umzusehen.

Weiteres Merkmal der digitalen Stellenvermittlung via Taledo: Ünver und Kollegen haben die Prozedur dem veränderten Zeitbegriff der digitalen Elite angepasst. Nur zwei Minuten benötige der Bewerber, um sich in die Datenbank einzutragen und dort seine Präferenzen anzuklicken, den Rest erledigen Talentmanager und Softwareprogramme. Diese Verbindung von erfahrenen Recruitern und Algorithmen sorge dafür, dass die Interessen von Kandidaten und Nachfragern optimal gematcht werden und Top-Talente sehr schnell bei ihren neuen Aufgaben landen. Die "Time-to-Hire" werde damit auf 25 Tage verkürzt, so Ünver. Anderswo dauere es Monate, bis es überhaupt mal zu Verhandlungen komme.

Bei Unterschrift gibt es 20 Prozent des Gehalts

Über 200 Firmen hat Taledo inzwischen in seiner Datenbank, die Zahl der Top-Kandidaten bewege sich im sechsstelligen Bereich. Findet ein Unternehmen über Taledo einen neuen Mitarbeiter, werden 20 Prozent des Jahresgehalts fällig. Dass das Business funktionieren könnte, zeigt die Site Hired.com aus den USA, die ähnlich aufgestellt ist und offenbar erfolgreich arbeitet.

Ünver jedenfalls sprüht vor Optimismus. "Wir revolutionieren den Headhunter- und Stellenmarkt. Einfach nur Anzeigen schalten oder mühsam potenzielle ­Interessenten abzutelefonieren, gehört der Vergangenheit an."

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