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Zwei Millionen Deutsche bei Online-Glücksspielen (Foto: Fotolia.de/P.C.)
Sonstiges 16.12.2009
Sonstiges 16.12.2009

Zwei Millionen Deutsche bei Online-Glücksspielen

Rund zwei Millionen Deutsche nehmen an Glücksspielen oder Wetten im Internet teil. Darunter sind 1,7 Millionen Männer und 0,3 Millionen Frauen. Mit Abstand am beliebtesten ist Lotto: 59 Prozent aller Onlinespieler setzen auf Lottozahlen - und das, obwohl Onlinelotto offiziell in Deutschland seit Januar 2008 nicht mehr angeboten werden darf.

Auf den Plätzen zwei und drei stehen Poker (22 Prozent) und Sportwetten (18 Prozent). Das ergab eine repräsentative Umfrage des Bitkom und des Forschungsinstituts Forsa unter tausend Personen ab 18 Jahren.

Lotto ist bei Frauen besonders populär: Zwei Drittel aller deutschen Onlinespielerinnen (64 Prozent) nutzen entsprechende Angebote, gegenüber 57 Prozent der männlichen Teilnehmer. Größer sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Poker und Sportwetten im Web. So beteiligen sich 28 Prozent der männlichen Glücksspieler an Pokerrunden, aber nur neun Prozent der Frauen. Ähnlich sieht das Verhältnis bei Sportwetten aus: 23 gegenüber acht Prozent. Auffällige Unterschiede gibt es auch nach Altersgruppen: Poker ist bei den 18- bis 29-Jährigen am beliebtesten, Lotto bei den Nutzern ab 30 Jahren. Zwei Drittel der Online-Glücksspieler setzen pro Monat maximal 20 Euro ein. Nur jeder vierte investiert mehr.

Der Glücksspiel-Staatsvertrag untersagt es zurzeit, deutschen Internetnutzern Lotto und Sportwetten anzubieten. "Die aktuellen Wettskandale im Fußball haben klar gezeigt: Das deutsche Verbot ebnet nur den Weg für einen florierenden Schwarzmarkt“, kritisiert Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. Deutsche Kunden wanderten durch das Verbot zu fragwürdigen Seiten vor allem im Ausland ab. Vier von zehn Internet-Glücksspielern (39 Prozent) würden bei einer vollständigen Durchsetzung des Verbots ausländische Angebote nutzen, ergab die Befragung. Berg: "Die letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass die Nutzer das Verbot deutscher Anbieter nicht akzeptieren und umgehen."

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