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Sonstiges 15.04.2008
Sonstiges 15.04.2008

Zerreißprobe: Heftiger Streit um Messe OMD

Vor der Zerreißprobe: OMD 2008(Photo by renetillmann.com / IGEDO)

Vor der Zerreißprobe: OMD 2008(Photo by renetillmann.com / IGEDO)

Die Zukunft der Online Marketing Düsseldorf (OMD) ist ungewiss. Hinter den Kulissen hat sich ein heftiger Streit um die zentrale Branchenmesse entwickelt - es geht um Macht, Einfluss und viele Millionen. Am kommenden Freitag soll sich auf einer BVDW-Präsidiumssitzung das Schicksal der OMD entscheiden.

Die Messe Online Marketing Düsseldorf könnte sich schon im kommenden Jahr spalten: Eine Display-Marketing-Veranstaltung in Köln und eine Messe für Performance-Marketing, die wie bisher in Düsseldorf stattfinden würde, stünden sich dann 2009 gegenüber. Derzeit ringen die beteiligten Verbände Onlinevermarkterkreis (OVK) und Bundesverband digitale Wirtschaft (BVDW) um eine Lösung. Am kommenden Freitag soll auf einer Präsidiumssitzung des BVDW entschieden werden, welche Messe der Verband in Zukunft offiziell unterstützt. Das Ergebnis ist völlig offen, meint ein Branchenbeobachter. "Im Verband findet eine Machtprobe statt."

Der Konflikt nahm seinen Anfang, als OMD-Chef Frank Schneider Anfang dieses Jahres offenbar im Streit seinen Posten räumte und im Interview mit der INTERNET WORLD Business ankündigte, sich mit einer eigenen Onlinemarketingveranstaltung zurückzumelden. Zu diesem Zeitpunkt hatte Schneider bereits mit der Messe Köln ein fertiges Konzept für eine Gegen-OMD entwickelt. Ex-OVK-Leiter Christian Muche flog zur Unterstützung extra aus Neuseeland ein - und konnte offenbar Teile des OVK schnell vom Köln-Konzept überzeugen. Jedenfalls kündigte der Verband kurz darauf die Verträge mit der Messe Düsseldorf, die inzwischen den BVDW-Mitgründer Alexander Felsenberg als neuen OMD-Messechef präsentierte. Offizieller Kündigungsgrund: Mit einer Neuausschreibung der Verträge solle die Messe Düsseldorf gezwungen werden, ihre Konditionen zu verbessern. Sechs Messegesellschaften bewarben sich um die OMD, darunter auch die Messe Köln. Eine Vertragsverlängerung konnte OMD-Leiter Felsenberg allerdings bis heute nicht erreichen. Seither ist die Schlacht offen. Am kommenden Freitag soll endgültig entschieden werden, welcher der verbliebenen Bewerber den Zuschlag erhält.

Wenn sich Köln durchsetzen sollte, drohen Verband und Messe eine Spaltung, befürchten Insider. Denn im Kampf um die OMD geht es nicht nur um Messestandort, Messegesellschaft und die Austellungsmacher - es geht auch um die Rolle des OVK im BVDW. 50 Prozent der OMD-Umsätze sollen aus dem kleinen Kreis der im OVK organisierten Vermarkter kommen. 50 Prozent der OMD-Aussteller sind andere Aussteller und im BVDW beheimatet. Beide Verbandsteile ringen um die Vormacht. Die Performance-Marketers könnten daher Felsenberg unterstützen, während sich zumindest Teile des Vermarkterkreises um OVK-Freund Schneider scharen würden. OMD-Chef Felsenberg gibt sich optimistisch, egal wie die Entscheidung ausfällt. "Die OMD-Termine reichen bis 2013 - und daran halten wir auch fest".

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