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Zalando erweitert Technologie-Abteilung
Sonstiges 01.07.2013
Sonstiges 01.07.2013

Zalando erweitert Technologie-Abteilung Zehn Mal mehr Bestellungen

Das Entwicklerteam von Zalando zieht schon zum zweiten Mal in einem Jahr in ein größeres Büro. Der Grund: Der Onlinehändler wappnet sich für eine Verzehnfachung der Transaktionen.

Zalando möchte sein Entwicklerteam bis Ende kommenden Jahres um 150 auf 500 Mitarbeiter aufstocken. Die Abteilung wird deshalb ein doppelt so großes Büro am Berliner Alexanderplatz beziehen. "Im neuen Büro haben wir mehr Platz und mehr Sofa-Bereiche, in denen die Leute zusammensitzen und ihre Ideen austauschen können", sagte Produktchef Christoph Lange gegenüber Bloomberg.

Zudem wurde die technologische Infrastruktur bereits so aufgestellt, dass sie die zehnfache Zahl an Transaktionen bewältigen kann. Dabei gehe es in erster Linie darum, etwaige Spitzen bewältigen zu können, so eine Sprecherin gegenüber der INTERNET WORLD Business. In den kommenden Monaten plant das mit Unterstützung der Samwer-Brüder gegründete Unternehmen eine Smartphone-App für die 13 Märkte, in denen es vertreten ist. Ein Börsengang ist derzeit nicht geplant.

Der Umsatz kann sich sehen lassen: Er hat sich im vergangenen Jahr auf 1,15 Milliarden Euro mehr als verdoppelt und macht das Unternehmen zum größten Mode-Händler Europas. Der Anstieg resultiert nicht nur aus der steigenden Nachfrage in etablierten Märkten wie Deutschland, sondern auch aus dem Start in sieben neuen Ländern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern war in der Kernregion Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgeglichen, der Gesamtkonzern schrieb jedoch Verluste. "Anlaufverluste nehmen wir in Kauf, sie sind Teil unserer Strategie beim Eintritt in neue Märkte", kommentierte Geschäftsführer Rubin Ritter das Ergebnis. "Entscheidend ist, dass sich die Margen bereits in allen Regionen aufgrund des zunehmenden Kundenstamms und wachsender Effizienz positiv entwickeln." Ein großes Problem des Händlers ist jedoch die hohe Retouren-Rate von rund 50 Prozent.

Der Zalando-Gesellschafter Investment AB Kinnevik hat eine Option auf zusätzliche Anteile ausgeübt und erhöht seine Beteiligung um 3,5 Prozent. Damit hält Kinnevik an dem Berliner E-Commerce-Unternehmen 29 Prozent direkt und weitere neun Prozent indirekt via Rocket Internet. Zu den weiteren Investoren gehören  DST Global, J.P. Morgan Asset Management und Quadrant Capital.

Wenn man den Werbevideos Glauben schenken darf, sind es vor allem Frauen, die beim Online-Modekauf vor Glück schreien. Aber auch die Herren der Schöpfung können echte Fashion-Victims sein. Das hat Zalando in einer internationalen Studie zur Männer-Mode ermittelt. das Ergebnis: Vor allem deutsche und französische Männer shoppen gerne.

Der Modehandel wird in Zukunft deutlich anders funktionieren als heute. Neue Technologien wie der virtuelle Spiegel oder das Visual Tagging verändern den Kleiderkauf - im Netz wie im Laden. Einen Blick ins Jahr 2020 wirft das Dossier "Der Modehandel der Zukunft."

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