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Sonstiges 15.06.2009
Sonstiges 15.06.2009

Werbung auf dem Handy

Mobile Marketing ist eine der neuen, immer wichtiger werdenden Spielarten des Onlinemarketings. Mit neuen mobilen Endgeräten, wie dem ab Freitag auch in Deutschland erhältlichen Apple iPhone 3G S und den günstiger werdenden Datentarifen, sind mehr und mehr Menschen in der Lage, auch unterwegs an jedem Ort ins Internet zu gehen. Besondere Bedeutung erhalten dadurch vor allem Geotargeting-Lösungen für Mobile Werbung, die es ermöglichen, dem Empfänger relevante, ortsbezogene Verbraucherinformationen in Echtzeit anzuzeigen. Auf der Internet World Fachmesse, die zusammen mit dem großen Internet World Kongress am 23. und 24. Juni in München stattfindet, gibt es neben einigen Fachvorträgen zum Onlinemarketing als auch ein Special zum Thema Rich Internet Applications.

Noch im Jahr 2007 galt Mobile Marketing als relativ unwichtig, da es kaum Endgeräte gab, die sich dafür sinnvoll nutzen ließen. Mit der Einführung des ersten Apple iPhones Anfang November 2007 bekam dieses Segment einen enormen Schub. Indes sorgt der sogenannte "iPhone-Effekt" für einen rasch anwachsenden Markt von Smartphones. Werbetreibende und Vermarkter versprechen sich viel von diesem neuen Werbekanal, denn, so ihr Argument, die Handynutzung ist weit verbreitet und die meisten tragen das kleine Gerät immer bei sich. Doch was genau heißt Mobile Marketing? Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) teilt den Oberbegriff Mobile Marketing in drei Segmente auf: Mobile Direct Response Marketing, wobei der Nutzer beispielsweise eine SMS an eine Nummer sendet, die er auf einer Getränkeflasche sieht, Mobile Permission Marketing, dabei willigt der Nutzer ein, Werbe-SMS zu erhalten und Mobile Advertising, wenn ein Werbebanner auf einer mobilen Internetseite angezeigt wird.

Handy erlaubt direkte Reaktion

Ein häufiges Herausstellungsmerkmal des Mobile Marketing ist die Möglichkeit, mit dem Handy auf Werbung in anderen Medien zu reagieren. Das Handy liefert also einen "Rückkanal". Darum geht es beim Mobile Direct Response Marketing. Unabhänig von Ort und Zeit kann das mobile Endgerät auf unterschiedliche Art und Weise für die Interaktion genutzt werden. Der Nutzer wird aktiv, sendet eine SMS, schaltet die Bluetooth-Schnittstelle seines Handys ein, fotografiert Bilder oder Codes ab und versendet sie via MMS. Mobile Permission Based Marketing ist ein sogenanntes "Push"-Instrument. Hierbei wird die Zustimmung des Endkunden eingeholt, um ihm Mitteilungen im SMS oder MMS-Format auf das Handy zu schicken. Besondere Bedeutung kommt dem Mobile Customer Relationship Management (CRM) zu, das neben einer adäquaten Qualitätssicherung vor allem auch personalisierte Targeting-Optionen ermöglichen. Der Aufbau und die Pflege von Opt-in-Datenbanken spielt hier eine signifikante Rolle. Je mehr Nutzer angesprochen werden können, desto höher ist die Chance, gute Klickraten zu generieren.

Passive Werbung auf Mobilen Webseiten

Zum Mobile Advertising zählt in erster Linie Display Advertising, sprich Bannerwerbung auf speziell für mobile Endgeräte optimierten Webseiten.

Auch Werbeformen in mobilen Produkten wie "Clients und Applikationen", auf dem "Idle Screen" sowie in Spielen, Video oder Mobile TV fallen unter Mobile Advertising. Da der Nutzer diese Werbemittel nur sieht, wenn er aktiv eine Handlung durchführt, ins Internet geht oder ein Spiel startet, spricht man von passiver Nutzung. Der Mobile Research Guide 2008 der Unternehmensberater von Kirchner+Robrecht stellt fest, dass fast jeder fünfte Deutsche (17%) mobil im Internet surft. Auf einem ähnlichen Niveau liegt der Gebrauch von MMS. Im europäischen Vergleich gehört Deutschland damit aber noch zu den Mobile-Web-Entwicklungsländern. Mit einem wahren Boom rechnet Ron Hillmann von der Marketing-Agentur Iven & Hillmann aber noch in diesem Jahr, sofern die Datentarife noch deutlich billiger werden. Der offizielle Verkaufsstart des neuen iPhones wird mit Sicherheit seinen Teil zur weiteren Verbreitung des mobilen Internets beitragen.

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