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Sonstiges 22.04.2008
Sonstiges 22.04.2008

Vorsicht Falle: 8 fiese Fehler in Online-Shops

Bei unserer Prüfung von mittlerweile mehr als 5.000 Online-Shops stoßen wir immer wieder auf dieselben Punkte, die von Shopbetreibern häufig nicht bedacht werden, oder bei denen häufig Fehler gemacht werden. Die Folgen können Abmahungen oder Nachteile wie eine Verlängerung der Widerrufsfrist des Käufers sein. Seien Sie also auf der Hut und beherzigen Sie folgende Tipps:

1. Impressum:

Gibt es einen Vertreter Ihres Unternehmens in dem Mitgliedsstaat, in dem der jeweilige Verbraucher seinen Wohnsitz hat oder eine andere gewerblich tätige Person, mit der der Verbraucher geschäftlich zu tun hat? Falls ja, müssen Identität und ladungsfähige Anschrift dieses sog. Auslandsvertreters benannt werden.

2. Produktsortiment:

Verkaufen Sie Produkte wie Textilien, Lebensmittel, Heilmittel, Arzneimittel oder Elektrogeräte? Hier gelten erweiterte Kennzeichnungspflichten. Gleiches gilt bei Waren, die nach Gewicht, Länge etc. verkauft werden. Falls Sie solche Artikel im Sortiment haben, müssen Sie evtl. Grundpreise angeben.

3. Produktsortiment:

Verkaufen Sie FSK- oder USK-Artikel (z.B. Filme, Computerspiele)? Hier gelten strenge Anforderungen an die Alterskontrolle. Sie müssen sicher stellen, dass die Lieferung von USK18- oder FSK18-Produkten nur unter Verwendung eines anerkannten Altersverifikationssystems erfolgt.

4. Liefergebiet:

Falls Sie Ihre Werbung auf alle möglichen Länder ausrichten, müssen Sie das jeweils lokale Verbraucherschutzrecht berücksichtigen. Zudem müssen auch die Versandkosten für alle belieferten Länder benannt werden.

5. Liefergebiet:

Liefern Sie auch in Nicht-EU-Länder? Falls ja, muss der Kunde Informationen über die anfallenden Zölle und Gebühren informiert werden. Haben Sie sich auch über eventuelle Exportbeschränkungen informiert?

6. Newsletter:

Wenn Sie einen Newsletter an Ihre Bestandskunden versenden, darf dieser nur ohne explizite Einwilligung verschickt werden, wenn für eigene ähnliche Produkte geworben wird, der Kunde schon bei Erhebung der Adresse auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen wurde und weitere Voraussetzungen erfüllt sind (§ 7 Abs. 3 UWG). Eine aktive Einwilligung ist daher empfehlenswert.

7. Widerrufsrecht:

Möchten Sie das Widerrufsrecht jedem Kunden, also auch gewerblichen Kunden anbieten? Häufig differenziert der Text in den AGB nicht, so dass auch gewerbliche Kunden ein Widerrufsrecht haben. Dies können Sie durch einen klarstellenden Zusatz über der Widerrufsbelehrung (nicht in der Widerrufsbelehrung) vermeiden.

8. AGB:

Wenn Sie Ihre AGB dem Kunden nicht vollständig per E-Mail zuschicken, schicken Sie die AGB in Papierform mit der Lieferung zu. Der alleinige Hinweis auf die AGB per Link ist nicht ausreichend, weil der Kunde diese spätestens bis zu Lieferung in "Textform" erhalten muss. Anderenfalls verlängert sich die Widerrufsfrist auf mindestens sechs Monate!

Viel Erfolg wünscht Ihnen Ihr,

Ulrich Hafenbradl,

E-Shop-Experte von www.trustedshops.de

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