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Interview mit Udo Schloemer von fellowhome.de
Sonstiges 22.09.2010
Sonstiges 22.09.2010

Interview mit Udo Schloemer von fellowhome.de Visualisierung verändert den Online-Immobilienhandel

Udo Schloemer, Vorstand von fellowhome

Udo Schloemer, Vorstand von fellowhome

Viele Onlinehändler preisen ihre Waren inzwischen mit Produktvideos an. Bei den Immobilienportalen ist dieser Trend noch nicht angekommen. fellowhome will neue Wege gehen und die Nutzer mit 3D-Ansichten versorgen. internetworld.de sprach mit dem Gründer des Unternehmens Udo Schloemer über Nutzerbedürfnisse, Visualisierungen und neue Konzepte.

Was ist das Ziel Ihres Unternehmens?

Udo Schloemer: Mit fellowhome wollen wir Immobilien transparenter und unabhängig vermitteln. Interessenten sollen sich vom heimischen PC aus einen Überblick über für sie passende Objekte verschaffen können. Dabei richten wir uns nicht nur an Kunden, die eine Immobilie zur eigenen Nutzung suchen, sondern insbesondere auch an jene, die auf der Suche nach Kapitalanlagen sind.

Wie entstand die Idee dazu?

Schloemer: Die meisten Online-Immobilienportale funktionieren wie klassische Immobilenbörsen. Die Nutzer sehen häufig nur eine Auswahl an Informationen und wenige Bilder der Kaufimmobilien. Um detaillierte Angaben zu erhalten, müssen sie sich mit dem Makler in Verbindung setzen. Das kostet allen Beteiligten Zeit – manchmal vergebens, da am Ende kein Kaufvertrag zustande kommt. Das wollen wir ändern und geben deshalb bereits vorab alle Informationen über die Objekte an die Nutzer weiter. Dazu gehören neben den Standarddaten zu Größe, Preis und Ausstattung auch die konkrete Adresse. Zudem bieten wir von unseren Objekten detailgenaue 3D-Visualisierungen, die einen ersten Eindruck von der Wohnung ermöglichen.

Haben Sie die Visualisierungstechnologie selbst entwickelt?

Schloemer: Bislang nutzen wir für unsere virtuellen Rundgänge die Technologie eines Partners. In den vergangenen zwei Jahren haben wir viel Zeit und Geld in die Perfektionierung der 3D-Visualisierung investiert und greifen dazu entweder auf die genauen Daten des Objektes zurück oder nutzen für geplante Gebäude die Daten der Architekten. Aber wir entwickeln auch eine eigene Visualisierungstechnologie, mit der es in etwa zwei Jahren möglich sein soll, eine Wohnung am PC nach den eigenen Wünschen zu konfigurieren.

Geht es dabei nur um die Auswahl von verschiedenen Einrichtungen oder wird da künftig noch mehr möglich sein?

Schloemer: Die Geschmäcker der Menschen sind sehr unterschiedlich, deshalb sollen sie auch den Stil der Einrichtung selbst auswählen können. Ich glaube sogar, dass wir in zwei bis fünf Jahren soweit sein werden, dass Architekten mehrere verschiedene Entwürfe ins Netz stellen werden, die Kunden sich selbst für eines entscheiden können und alle Details der Immobilie noch vor dem Bau festlegen können. Bei Mehrfamilienhäusern geht das dann ganz deutlich in Richtung von Bauherrengemeinschaften. Das Ziel wird es sein, nur noch Häuser zu bauen, die bereits komplett verkauft sind.

Fokus auf historische Gebäude

Solche Visualisierungen kosten sicherlich recht viel. Ist das ein Grund, weshalb sich fellowhome bisher auf Neubauten und historische Bauten fokussiert hat?

Schloemer: Je öfter diese Technik genutzt wird, desto günstiger wird natürlich der Einsatz. Wir haben uns auf Immobilien, die unter Denkmalschutz stehen spezialisiert, weil in diesem Bereich in Deutschland eine hohe Nachfrage besteht. Wir richten uns dabei nicht nur an Privatleute, sondern bieten insbesondere Kapitalanlageberatern den Zugang zu vielen bereits vorgeprüften Immobilien. Zudem wollen wir in den nächsten vier Monaten den Schritt in die Neubauimmobilien wagen.

Wie refinanzieren Sie sich?

Schloemer: Wir bewerten den Bauträger und das entsprechende Objekt im Vorfeld und nehmen für die Vermittlung über unser Portal eine erfolgsabhängige Gebühr. Zudem helfen wir Bauträgern gegen eine Marketingpauschale auch bei der Vermarktung ihrer Projekte, indem wir zum Beispiel Panoramaansichten und virtuelle Rundgänge realisieren und in verschiedenen Medien dafür werben.

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