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Softwareentwicklung im E-Commerce Foto: fotolia.com/RudyMoretti
Sonstiges 24.03.2011
Sonstiges 24.03.2011

Softwareentwicklung im E-Commerce "Tapas statt Schweinshaxen"

Wie können Softwareentwickler und Onlinehändler besser zusammenarbeiten? Das war das Thema von Ralf Westphal von One Man Think Tank auf der ecommerce conference in München.

"Vergessen Sie die Einkaufsliste, auf der steht, was sie in den kommenden drei Jahren für Software brauchen", so Westphal. "Treten Sie in den Dialog mit den Entwicklern." Genauso wenig, wie Bauherren ihren Hausbau stehen lassen und für sechs Monate in Urlaub fahren, sollten Auftraggeber von Software sich aus dem Entstehungsprozess zurückziehen. 

Da sich Spezifikationen für Programme in Textform nur schwer vermitteln lassen, ist es umso wichtiger nachzuprüfen, welche Inhalte beim Dienstleister angekommen sind. "Es ist wie eine Schleife binden - die wenigsten von uns können das richtig erklären. Und die Erklärung versteht auch niemand." Sinnvoller sei, die eigenen Vorstellungen anhand von Beispielen darzustellen.

Alle Anforderungen für Software im Vorhinein festlegen, sei unmöglich. Dazu komme, dass sich diese Anforderungen während der Programmierung veränderten. Das stelle jedoch kein Problem dar, wenn beide Seiten agil seien. "Software ist keine Maschine", erklärt Westphal. "Sie wird nicht aufgebaut wie ein Haus, sondern von Beginn an können Sie einige Funktionen sehen - und damit den Entwicklern Feedback geben oder sogar diese Funktionen schon nutzen." Dazu gehört auch, als Auftraggeber erreichbar zu sein, um Ergebnisse abzustimmen. "Fordern Sie jeden Tag Ergebnisse - das ist möglich." 

Der Kreislauf aus planen, handeln, testen und umsetzen sollte nicht länger als 14 Tage dauern. "Denken Sie nicht länger als eine Woche voraus. Ernähren Sie sich in kleinen Häppchen", sagt Westphal, "Tapas statt Schweinshaxe." Je kleiner die abgelieferten Einheiten seien, umso flexibler sei der Auftraggeber in seinen Entscheidungen. "Wenn Sie plötzlich Gutscheine anbieten wollen, ist das kein Problem, und Sie haben kein Geld verbrannt."

Der flexible Weg sei auch zu Festpreiskonditionen und zu einem bestimmten Zeitpunkt möglich, betont Westphal: "Nur, was man dann bekommt, weiß man vorher nicht genau. Und das ist in der sich ständig ändernden Welt des E-Commerce ein klarer Vorteil."

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