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Sonstiges 21.02.2013
Sonstiges 21.02.2013

Studie: "Dem Kunden auf der Spur" Hat der stationäre Handel noch eine Chance?

Das stationäre Geschäft ist für die meisten Deutschen immer noch die beliebteste Einkaufsmöglichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Dem Kunden auf der Spur", die die Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants und ECE Projektmanagement vorgelegt haben. ECE entwickelt Gewerbeimmobilien und verwaltet in Deutschland derzeit über 180 Einkaufszentren. 

In einer gemeinsame Studie haben die Unternehmensberatung Roland Berger und der Gewerbeimmobilienspezialist ECE das Konsumverhalten sowohl in der digitalen Welt als auch im traditionellen Handel untersucht. Dabei wurden deutschlandweit rund 42.000 Konsumenten zu ihrem Einkaufsverhalten befragt. Außerdem führten knapp 2.000 Probanden persönliche Einkaufstagebücher: Ausgaben, Zeitpunkt, Produktgruppe und Vertriebskanal wurden darin festgehalten. Daraus ergaben sich verschiedene Kundensegmente mit unterschiedlichen Kaufgewohnheiten, Bedürfnissen und Vorlieben.

Stationärer Handel bei vielen Einkaufskriterien im Vorteil

Aus der Studie ergibt sich, dass die Zeiten des traditionellen Offline-Handels noch lange nicht vorbei sind. Henrie W. Kötter, Geschäftsführer Centermanagement von ECE, erläutert: "Zwei Drittel der Konsumenten sind Stammkunden im stationären Handel, das heißt sie kaufen alle zwei Wochen und häufiger im Shopping Center oder der Innenstadt ein. Online gilt dies gerade mal für 13%. Zudem sind 55% der Käufe online geplant, während dies offline nur zirka ein Drittel sind. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig der stationäre Handel nach wie vor für die Menschen ist - Online-Umsatzwachstum hin oder her." Dies spiegeln auch die Umsatzzahlen wider: Erwirtschaftete der Internet-basierte Handel in Deutschland im Jahr 2012 rund 30 Milliarden Euro, so lag der Umsatz des traditionellen Handels bei knapp 389 Milliarden Euro.

Showrooming keine Bedrohung, sondern eine Chance

Der Umsatz, der nach einer Online-Information in die Kasse des stationären Handels gespült wird, ist laut Studie elfmal höher als im umgekehrten Fall. Für Kötter gilt zudem: "Marken brauchen ein Umfeld, in dem sie sich wertig und wirkungsvoll präsentieren können. Das ist für alle Marken wichtig – auch und vor allem, wenn sie im Internet erfolgreich sein wollen." Showrooming, also das Anschauen von Produkten im Ladengeschäft mit anschließender Bestellung online, sieht der Einkaufszentrumsbetreiber als Chance: "Durch Showrooming und Online-Umsatzwachstum treten plötzlich Flächennachfrager auf, die früher gar nicht über eine Präsenz im stationären Handel nachgedacht haben. Gerade angesichts der schwindenden Bedeutung klassischer Werbekanäle wie TV oder Print und dem veränderten Informations- und Kaufverhalten erkennen diese die zunehmende Bedeutung hochfrequenter Standorte wie einem Shopping Center."

Multichannel, aber richtig

Kötter rät Handelsunternehmen dazu, bei der Ansprache ihrer Zielgruppe einen Multichannel-Ansatz zu wählen. Dabei müsse man, um das Potential des Internets zu nutzen, gar nicht immer gleich einen eigenen Online-Shop betreiben. Es ginge vor allem um die Zielgruppenansprache, die Warenpräsentation und die Kundenbindung im Netz. Schon die Information im Internet, ob ein Artikel im Ladengeschäft verfügbar ist, sei für viele Kunden ein starker Besuchsimpuls. "Die Zukunft liegt also in der Verzahnung digitaler Kanäle mit dem stationären Geschäft", sagt Kötter, "und hier können wir als Centerbetreiber ein wichtiger Integrationsmotor sein." So will ECE in Kürze in zwei Centern so genannte "Future Labs" starten, die eine Vielzahl von neuen Serviceangeboten testen, die zum Großteil aus der Online-Welt stammen.

Die vollständige Studie "Dem Kunden auf der Spur" lässt sich hier herunterladen.

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