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Social Commerce im Möbelmarkt
Sonstiges 13.12.2013
Sonstiges 13.12.2013

Neue Ansätze im Online-Möbelhandel Social Commerce mit Möbeln

Wenn wir schon neue Wege beschreiten, dann aber auch richtig, scheinen sich einige Anbieter in der Möbelbranche zu sagen. Sie verkaufen nicht einfach nur, sie setzen beim Handel mit Einrichtungsgegenständen auf Social Shopping - und beziehen im Internet die Käufer mit ein.

Ob Einrichtungsplaner für PC, Tablet oder Smartphone, ob Augmented Reality Apps, mit denen sich Möbelstücke noch vor dem Kauf virtuell in die eigenen vier Wände integrieren lassen, oder andere Features zur Produktinszenierung: Möbelkäufer wollen gerade im Internet mit innovativen Service-Angeboten versorgt werden, um die anvisierten Objekte  - deren Optik und Haptik entscheidend zum Verkaufserfolg beiträgt - "erleben" zu können. Darüber zählen Empfehlungen anderer Konsumenten zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung. Da liegt es nahe, diese beiden Komponenten zu verbinden - mit Social Commerce.

Vom Mode- zum Möbelhandel

Das dachten offenbar auch die Verantwortlichen der Münchner stylefruits, die zunächst eine Social-Shopping-Plattform betrieb, die ausschließlich für den Modehandel konzipiert war. Nun hat das Unternehmen aber den Online-Möbelmarkt ebenfalls für sich entdeckt: Seit April 2013 befindet sich stylefruits.de auch im Einrichtungssektor auf Erfolgskurs, ein halbes Jahr nach der Einführung zählt die Facebook-Seite stylefruits Wohnen bereits mehr deutsche Fans (über 500.000) als der Facebook-Auftritt von Ikea Deutschland und liegt laut socialbakers.com an Nummer eins der Möbel-Marken.

Die Verbindung von Einkaufserlebnis und Empfehlung stehe im Vordergrund: mit einer Kombination aus Webshopping und innovativen Sociel Media Features. Durch die Empfehlung von Produkten, die emotional inszeniert und in eine "Geschichte" verpackt werden, sollen nicht zuletzt die Partnershops profitieren, die ihre Produkte in den User Generated Content auf stylefruits.de einbinden. Im Fokus der Plattform stehen demnach Einrichtungsstile und Wohnideen, die von Verbrauchern für Verbraucher empfohlen werden.

Nutzer wiederum sollen sich untereinander über neue Trends austauschen und sich gegenseitig in Einrichtungsfragen beraten. Und: Per Drag-and-drop-Funktion lässt sich eine große Auswahl an Artikeln aus verschiedenen Shops in einem virtuellen Zimmer zusammenstellen. Dieser Raum kann auf Facebook oder anderen Social-Media-Kanälen gepostet, diskutiert und bewertet werden.

Kunden können abstimmen

Ein weiteres Beispiel für Social Commerce liefert der Möbelversender fashionforhome.de, bei dem Kunden abstimmen und das Sortiment mitgestalten können. Für eine aktive Beteiligung erhalten Kunden zehn Prozent Rabatt. Nach der Abstimmung der Nutzer, die aus einer Vielzahl verschiedener Designs unterschiedlichster Anbieter wählen können, sind die Produkte für begrenzte Zeit im Shop erhältlich. Produziert wird on-demand, geliefert innerhalb von zwölf Wochen. Darüber hinaus bietet Fashion For Home die Möglichkeit, Möbelstücke zu bewerten und die Ware nach der Bewertung anderer Kunden zu sortieren.

Möbel nach Kundenwunsch sind darüber hinaus die Sache der meine möbelmanufaktur GmbH aus Köngen. Seit September 2011 übertragen die Gründer Sebastian Schips und Birgit Gröger das Motto "Auf jeden Topf passt ein Deckel" mit ihrem Team auf die Welt der Möbel. Internet-Kunden können sich von meine möbelmanufaktur exakt das Stück fertigen lassen, das zum persönlichen Geschmack und genau in die eigenen vier Wände passt.

Zu diesem Zweck können User mithilfe eines Konfigurators ihr persönliches Möbelstück online gestalten. Als Orientierung stehen auch verschiedene Beispiele im Konfigurator parat. Mit zum Programm gehört außerdem die Vorab-Lieferung einer Papier-Schablone, beispielsweise für Dachschrägenschränke, mit der Kunden die Passgenauigkeit überprüfen können. Anschließend werden die Wunschobjekte in Köngen bei Stuttgart gefertigt, die Lieferzeit beträgt in aller Regel sechs bis acht Wochen. Ein Montageservice zum Festpreis ist ebenfalls buchbar, aber optional.

Welche Chancen und Probleme im Online-Möbelhandel bestehen, weiß Sascha Tapken, geschäftsführender Redakteur der Zeitschrift "Möbelkultur". Außerdem hat INTERNET WORLD Business im Dossier Möbelhandel im Internet zusammengestellt, wie Online Pure Player, stationäre Anbieter und große Handelskonzerne im Web Möbel verkaufen.

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