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Mobile- und Social-Media-Aktivitäten der Tourismusbranche (Foto: lufthansa)
Sonstiges 08.09.2011
Sonstiges 08.09.2011

Mobile- und Social-Media-Aktivitäten der Tourismusbranche Einen Schritt hinter den Verbrauchern zurück

Die Reisebranche hinkt ihren Kunden weit hinterher, was die Nutzung des mobilen Internets angeht. Während die Verbraucher sich unterwegs Infos über Ziele und Hotels beschaffen, lässt die Tourismusindustrie das Potenzial des mobilen Kanals ungenutzt.

Nur die wenigsten Unternehmen bereiten ihre im Internet zahlreich vorhandenen Angebote auch speziell für den mobilen Zugriff auf. Damit entgeht ihn ein signifikanter Teil der potenziellen Kundschaft. Zu diesem Ergebnis kommt die "Studie Tourismus 2011" von Peppermind und Kochan und Partner. So hat ein Viertel der für die Studie Befragten schon einmal eine Reise-App genutzt und holt sich auch im Urlaub via Handy und Smartphone über touristische Informationen. Jedoch verfügt nur jedes zehnte Unternehmen über eine für mobile Geräte optimierte Plattform.

Erst für ein Viertel der Unternehmen sind mobile Endgeräte schon heute ein fester Bestandteil ihrer Informations- und Kommunikationsstrategie, so die Studie. Ein weiteres Viertel erwägt in Kürze den Einstieg, der Rest zögert noch. "Während sich das Gros der Firmen oft noch auf etablierte Kanäle wie Kataloge, Reisebüros oder die Webseite konzentriert, gewinnen für die Reisenden standortbezogene Dienste, Empfehlungen über Bekannte und Freunde, Bewertungsportale oder soziale Netzwerke stark an Bedeutung“, sagt Kay Liedl von Peppermind.

Die Tourimusunternehmen spüren das veränderte Informations- und Mediennutzungsverhalten der Konsumenten. So geben 84 Prozent der befragten Firmen an, das sich die Kommunikation mit den Kunden in den vergangenen zwölf Monaten verändert hat. Die Herausforderung für die Firmen: schnellere Antworten, eine höhere Transparenz sowie Präsenz und Dialog auf neuen Kommunikationskanälen. "Gerade bei Mobile und Social Media gibt es eine große Diskrepanz zwischen dem Verhalten sowie den Wünschen der Konsumenten und den Angeboten der Tourismusbranche. Viele Unternehmen haben dabei den eigentlichen Mehrwert der neuen Möglichkeiten noch nicht wirklich erkannt“, so Liedl.

Gegenwärtig verfügen nur 44 Prozent der befragten Unternehmen über eine Social-Media-Strategie. Um diese zu entwickeln, setzen 65 Prozent dieser Firmen dabei auf interne Recherchen, nur 23 Prozent befragen Ihre Kunden nach konkreten Anforderungen oder Wünschen und nur 32 Prozent führen in diesem Rahmen eine Marktanalyse durch. Für die Firmen, die bereits auf das Social Web setzen, steht Facebook eindeutig im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. Erste Erfahrungen zeigen aber auch, dass die ursprünglich anvisierten Ziele (Neukunden gewinnen, Markenimage steigern) nur bedingt mit den praktischen Erfahrungen übereinstimmen.

Zwischen Februar und April 2011 wurden insgesamt 166 Konsumenten und 70 Unternehmen sowohl persönlich als auch via Internet befragt. Die Erhebung der Konsumenten erfolgte im Rahmen der Messe f.re.e in München, die Unternehmen (Reiseveranstalter, Toursimuskonzerne und Hotels) wurden im Rahmen der ITB 2011 in Berlin angesprochen.

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