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Sonstiges 07.01.2008
Sonstiges 07.01.2008

Regierung will Banken und Provider zu Lotto-Hilfssherrifs machen

Banken und Internet-Provider sollen sicherstellen, dass Internet-Nutzer bei unerlaubten Anbietern keine Glücksspiele platzieren können.

Der seit Jahresanfang geltende Staatsvertrag zur Einschränkung von Glücksspielen im Web will Banken und Internet-Provider als Hilfsinstanzen vor den Karren spannen. Das erfuhr die "Wirtschaftswoche" aus Branchenkreisen. Geplant sei, Banken dazu zu verpflichten, auf Verlangen der Glücksspielaufsicht Zahlungen an und von unerlaubten Anbietern zu unterbinden. Darüber hinaus sollen Internet-Anbieter wie T-Online oder Arcor den Zugang zu Glücksspielseiten unterbinden.

Die Betroffenen reagieren - wenig überraschend - mit Kritik: So zitiert die "Wirtschaftswoche" den Zentralen Kreditausschluss in einer Stellungnahme an den Niedersächsischen Landtag mit den Worten: "Bei 14 Milliarden Zahlungsvorgängen innerhalb Deutschlands gibt es praktisch keine Möglichkeit, einzelne Zahlungsvorgänge in der geforderten Weise zu überprüfen." Auch Michael Rotert, Vorsitzender des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft, sieht der "Wirtschaftswoche" zufolge Umsetzungspobleme. Eine Abschottung sei schwierig: "Wir können entweder zu viel filtern oder es bleibt wirkungslos", sagt er. Unklar sei zudem, wer für mögliche Schadenersatzforderungen der Glücksspielanbieter aufkommt, sollten sich Sperren nachträglich als unrechtmäßig erweisen.

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