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Sonstiges 24.04.2009
Sonstiges 24.04.2009

QStores: Quelle setzt auf User als Verkäufer

Das Versandhaus Quelle will Internetnutzern die Möglichkeit bieten, eigene Spezialshops mit Artikeln von Quelle.de zu eröffnen. Zielgruppe sind Betreiber von Themenwebsites und Affiliates. Das Programm startet im Mai.

30 Minuten - diese Zeit soll Internetusern reichen, um über QStores ihren eigenen Shop zu eröffnen: Anmelden, Layout aus einer Fülle an Vorlagen gestalten, Produkte aus dem Sortiment von Quelle.de auswählen und eigene Inhalte einbinden. Für die Bestellabwicklung, Logistik und Zahlung ist Quelle.de zuständig. Der Shopbetreiber verdient 6 Euro Provision pro Bestellung, unabhängig von deren Wert. Abgerechnet wird über Zanox.

„Mit QStores wollen wir die Produkte, die Quelle.de jetzt schon anbietet, auch an die Oberfläche bringen", sagt Thomas Schaeben, der den Bereich Marketing und Vertrieb E-Commerce leitet. „Unsere Vorteile: Die Marke Quelle gibt den Kunden Sicherheit. Und in den Bereichen Logistik und Fulfillment haben wir über viele Jahrzehnte Erfahrungen gesammelt." Bei QStores habe der Betreiber keine Kosten für die Software, kein Risiko und brauche keine Programmierkenntnisse. Von den rund 800.000 bei Quelle.de verfügbaren Artikeln kann die Hälfte in QStores aufgenommen werden. Da die Marge hoch genug sein muss, sind zum Beispiel Bücher komplett ausgeschlossen.

Für das Versandhaus sei das ein großer Schritt, argumentiert Schaeben: „Für ein eher traditionelles Unternehmen wie die Quelle ist dieses Vorgehen sehr mutig und innovativ, denn wir lassen den Betreibern alle Freiheiten." Das Einbinden von eigenem Content wie Blogs oder Fotos ist nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht. Denkbar sind Spezialshops in allen Bereichen - vom Katzenshop über Mountainbikebedarf bis zu Mode in Sondergrößen.

Quelle hofft darauf, mit den QStores jene Produkte ans Licht zu bringen, die im Angebot vorhanden sind, aber nicht zu den Kernbereichen des Versandhändlers zählen. „In der Nische wird das Geld verdient. Mit QStores wollen wir den Longtail nach vorne bringen", erklärt Schaeben.

Lesen Sie auf Seite zwei, welche Ziele Quelle damit verfolgt.

Zielgruppe sind Community-Betreiber und Affiliates

Grundlage der QStores ist eine E-Shoplösung von ePages. „Wir haben die Version 6.0 in Zusammenarbeit mit ePages userfreundlicher gestaltet", sagt Marc Schmid, Leiter Business Development E-Commerce bei Quelle. Produkte könne der Betreiber jetzt durch Drag and Drop in den eigenen Shop aufnehmen, bei der Auswahl helfen die Suchfunktion und Fotos. „Wir wünschen uns, dass die Betreiber nicht ganze Kategorien, sondern gezielt einzelne Artikel aussuchen, die zu ihrem Themenbereich passen. Da profitieren wir von den Experten, die sich in ihrer Nische auskennen. Ich bin überzeugt, dass das super funktioniert."

Zielgruppe sind die Betreiber von Themenwebsites, die bereits eine Community aufgebaut haben und nach einer Monetarisierungsform neben der Einbindung von Google-Textanzeigen suchen. Zudem setzt das Unternehmen natürlich auf die Affiliates, die bereits heute für Quelle aktiv sind. Auch die klassischen Sammelbesteller aus dem Katalogbereich und Bestandskunden werden angesprochen.

Das Ziel sei nicht, möglichst viele Shops zu eröffnen, sagt Schmid. Deshalb sei nur ein Qstore pro Person erlaubt: „Wir wollen qualifizierte Shops, deren Betreiber sich für das Thema begeistern - und auch bereit sind, dafür etwas zu tun. Diesen Menschen wollen wir das Gefühl vermitteln: Ich kann mich auf meine Stärken konzentrieren und Quelle hält mir den Rücken frei."

Neben der Umsatzsteigerung erhofft sich der Versandhändler auch, das verstaubte Image von Quelle aufzupolieren. „Wir sind eine Einkaufsstätte, die jeder kennt, aber nicht jeder nutzt", so Schaeben. „QStores wird uns dabei helfen, die Marke neu zu positionieren. Die Shops können zeigen, was die Quelle leisten kann."

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