INTERNET WORLD Business Logo Abo
Sonstiges 03.01.2012
Sonstiges 03.01.2012

Grundpreise müssen bei eBay auch in der Artikelübersicht stehen Preis in die Produktbezeichnung aufnehmen

Werden Verbrauchern gegenüber Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten, muss in unmittelbarer Nähe zum Endpreis auch den sogenannten Grundpreis angeben. Dies hatte der BGH bereits 2009 festgestellt. Bei eBay ist dies leider nicht so einfach möglich. Das LG Hamburg hat die Pflicht zur Grundpreisangabe nun konkretisiert.

Zwei Schokoladen-Händler stritten sich vor dem LG Hamburg um die korrekte Angabe von Grundpreisen. Ein Teil des Streitpunktes waren die eBay-Angebote der Beklagten. Auf den Artikelseiten fand sich der Grundpreis lediglich in der Artikelbeschreibung, jedoch nicht in unmittelbarer Nähe zum Endpreis neben dem Sofort-Kaufen-Button. Außerdem fehlte der Grundpreis in den Artikelübersichtsseiten vollständig. Das LG Hamburg bejahte in beiden Fällen einen Verstoß gegen die Preisangabenverordnung. Diese stellten gleichzeitig Wettbewerbsverstöße dar.

Händler ist selbst verantwortlich

Das Argument der Beklagten, dass eBay für die Gestaltung der Seite verantwortlich sei und kein extra Feld für die Eingabe eines Grundpreises vorsehe, ließ das Gericht nicht gelten. Sie sei vielmehr selbst für den Wettbewerbsverstoß verantwortlich, da sie sich auch die Handlungen eines anderen zurechnen lassen müsse, dessen sie sich bedient. Ein Ausweg für den Händler, so das Gericht, wäre, sich an eBay zu wenden und die Umgestaltung der Seite zu fordern. Würde dies nicht helfen, sollten Händler die Plattform nicht mehr nutzen, so das Gericht.

Allerdings empfahl das Gericht eine Lösung aus dem Dilemma. Man könne, und das wisse die Kammer aus eigener Erfahrung, den Grundpreis einfach in die Artikelbezeichnung aufnehmen, sodass er immer gut sichtbar ist. Den Hamburger Richtern würde diese Ausgestaltung genügen. Abschließend entschied das Gericht noch, dass beide Verstöße wettbewerbsrechtlich spürbar sind.

Mobile Ansicht beachten

Das Gericht selbst ging auch am Rande auf Smartphones ein. Für die Aufnahme der Grundpreise in die Artikelbezeichnung muss man auf die Länge dieser achten. Schreibt man den Grundpreis an das Ende der Artikelbezeichnung, kann es passieren, dass er auf einem Smartphone (z.B. in der iPhone-App) nicht mehr angezeigt wird. Dies wäre dann ebenfalls ein Wettbewerbsverstoß. Einige Händler lösen das Problem, indem Sie den Grundpreis einfach an den Anfang der Bezeichnung schreiben. Dies mag aus Marketing-Sicht nicht sonderlich gut sein. Aus rechtlicher aber die wohl beste Lösung.

Unser Tipp für Shopbetreiber:

Achten Sie bei all Ihren Angeboten, die der Grundpreispflicht unterliegen, auf die entsprechende Angabe, unabhängig davon, ob Sie über einen eigenen Shop verfügen oder sich Plattformen wie eBay, amazon oder anderen zum Abverkauf bedienen. Prüfen Sie diese Angaben auch über verschiedene Ansichten. Zumindest die gängigen Smartphones sollte man in eine solche Prüfung einbeziehen, will man teure Abmahnungen vermeiden. Und diese sind bei fehlenden Grundpreisangaben sehr häufig. Im Ranking der häufigsten Abmahngründe aus unserer Studie von 2011 belegten entsprechende Abmahnungen Platz sechs.

Ihr

Das könnte Sie auch interessieren