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Kaufverhalten im E-Retail (Foto: iStock/zeynepogan)
Sonstiges 12.02.2010
Sonstiges 12.02.2010

Kaufverhalten im E-Retail Onlineshopping ist weiblich

Der Wareneinkauf im Netz hat sich zur Frauendomäne entwickelt. Sechs von zehn Transaktionen sind dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen. Kaufstärkster Monat bleibt Dezember, der beste Wochentag für Onlinehändler ist Montag.

Dabei liegen die Frauen in allen Konsumentengruppen vorne, berichtet der E-Retail-Report 2009 der Deutschen Card Services. Mit E-Retail sind alle Online-Shops gemeint, die Ware anbieten. Zum Vergleich: 2005/06 dominierten noch die Männer bei einem Verhältnis von 56 Prozent zu 44 Prozent. Diese Entwicklung ist eine Eigenart dieser Branche, denn im gesamten E-Commerce ist die Rolle der Männer deutlich stärker. Frauen zeigen sich offenbar bei Services oder Reisen zurückhaltender.

Die Kaufvorgänge sind relativ gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt, die Bandbreite zwischen dem wachstumsbereinigt kaufschwächsten (Juni) und -stärksten Monat (Dezember) beträgt lediglich 5,39 Prozent. Der Dezember mit einem Anteil von 12,39 Prozent verfälscht das Bild ein wenig, denn die übrigen elf Monaten bewegen sich zwischen 7,00 Prozent und 9,15 Prozent.

Kaufkräftigster Tag bleibt in Deutschland der Montag. Hier verfestigen sich der Vorjahrestrend und ein weiterer Unterschied zum gesamten E-Commerce, bei dem derzeit der Dienstag die höchste Popularität genießt.

Die Verbraucher stehen anscheinend immer früher auf, um bei E-Retail-Anbietern zu stöbern und einzukaufen. Der Anteil der Käufe zwischen 6 Uhr und 10 Uhr morgens ist von knapp 10 Prozent auf über 13 Prozent gestiegen. Diese Zunahme ging zu Lasten der Zeit nach Feierabend ab 18 Uhr, die erfahrungsgemäß in den vergangenen Jahren immer recht populär war. Die Kaufaktivität während der Kern-Arbeitszeit zwischen 8 und 18 Uhr dagegen ist nahezu konstant geblieben. Besonders nachtaktiv geben sich die Briten: So tätigen sie immerhin knapp 2 Prozent ihrer Transaktionen zwischen 4 und 6 Uhr. Zum Vergleich: Deutsche kommen hier auf einen Wert von gerade einmal 0,35 Prozent.

Europäische Verbraucher geben im E-Retail mehr aus als im Vorjahr. Der durchschnittliche Warenkorbwert beträgt nun mit 89,43 Euro fast 15 Euro mehr als im Vorjahr. Damit übersteigt der Betrag noch den Durchschnitts-Warenkorbwert des gesamten E-Commerce. Dort betrug er 84,31 Euro.

Warenkorb im Wert von 78,64 Euro

Dazu passt die Auswertung der Warenkorbwertgruppen: Hier ist der Anteil der Gruppe zwischen 10 und 100 Euro auf 76,53 Prozent gestiegen. Bei sehr hochpreisigen Waren halten sich die Consumer also im E-Retail noch deutlich zurück. Der Steigerungstrend der Warenkorbwerte zeigt sich bei nahezu sämtlichen ausgewerteten Konsumentengruppen. Lediglich die Briten kommen pro Kaufvorgang auf einen geringeren Warenkorbwert als im Jahr zuvor. Mir 124,99 Euro liegen sie aber immer noch über dem europäischen Durchschnitt.

Der Osten Deutschlands hat gleich gezogen. Einen Unterschied zwischen der Kaufaktivität der alten und neuen Bundesländer gibt es praktisch nicht mehr. Das zeigt der Vergleich der nach Einwohnerzahl bereinigten Daten: Nur noch mit Nasenlänge liegen die alten Länder vorn (51 Prozent zu 49 Prozent).

Mit E-Retail sind alle Online-Shops gemeint, die Ware anbieten. Der E-Retail-Report der Deutschen Card Services basiert auf der Auswertung von rund 7,5 Millionen realen E-Retail-Kaufvorgängen, die zwischen Oktober 2007 und September 2008 über die Plattform der Deutschen Card Services abgewickelt wurden.

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