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Weltbild glaubt an Multichannel
Sonstiges 05.10.2011
Sonstiges 05.10.2011

Weltbild glaubt an Multichannel "Online plus offline ist besser als online allein"

"Als Sie noch alle schön Kataloge druckten, hatten wir schon den Konkurrenten mit dem großen 'A' als eine Art Eiger Nordwand vor der Nase." Wie der Buchhändler den Kampf gegen den großen Konkurrenten Amazon aufnahm, schilderte Carel Half, Vorsitzender der Geschäftsführung von Weltbild, auf dem Versandhandelskongress in Wiesbaden.

"Online und offline zusammen ist besser als online allein. Und unter dem Dach einer starken Marke ist diese Kombination unschlagbar." Dieses Glaubensbekenntnis von Weltbild-Chef Carel Halff an erfolgreichen Multichannel ist zugleich eine Kampfansage gegen den vermeintlichen Category-Killer Amazon. Seine These untermauert Halff mit Zahlen der GfK. Demnach würden Multichannel-Händler um 78 Prozent wachsen, Pure-Player um 48 Prozent und der stationäre Handel wachse nur noch negativ. "Ein Beispiel ist Saturn und Media Markt. Weitere Beispiele werden bis Ende des Jahres folgen", ist er überzeugt.

Die 300 Weltbild-Filialen würden dem Unternehmen ein Gesicht geben und aktuelle Bestseller, Trend und Geschenkartikel präsentieren. "30 bis 40Prozent der Filialbesucher kommen mit einem konkreten Kaufwunsch nach einer Online-Recherche in die Filiale", sagt Halff. Und umgekehrt entstünden 30 bis 40 Prozent des Website-Traffics durch Kunden, die kurz vorher in den Filialen waren. "Wir haben an sieben Tagen der Woche einen Telefonservice, Amazon hat das nicht", sagt er. "Multichannel heißt mehr Umsatz durch mehr Kundenkontakte", so seine Erfolgsformel.

Eine neue Möglichkeit zum Kundenkontakt sei Mobile. "Wir sehen Mobile nicht als eigenen Vertriebskanal, sondern nach dem Katalog als zweite Raketenstufe für den Wettbewerbsvorteil Multichannel", sagt er. Rund zehn Prozent des Online-Traffics entstünde mobil, die Zuwachsraten seien immens. Erfolgreicher Multichannel hieße auch, das Marketing täglich neu zu justieren: "Testergebnisse, die drei Monate alt sind, sind häufig schon veraltet", weiß er und unterstreicht: "Wir fahren auf Sicht."

Als erfolgreiches Marketinginstrument nennt Halff Gewinnspiele: "Wir lassen unsere Kunden für verschiedene Online- und Offline-Aktivitäten Punkte sammeln", erzählt er. Spannend sei zu sehen, über welche Kanäle und Spendings Punkte generiert wurden und die Kanäle nachzujustieren. Auch Cross-Channel-Gutscheinaktionen würden gut funktionieren. Doch weil Multichannel ohne starke Marke nicht funktioniere, setze Weltbild seit einigen Jahren auch auf TV-Werbung als Basismedium. 200 bis 300 Werbeschaltungen pro Monat seien dabei vorgesehen.

"Spaß gemacht hat auch unsere QR-Aktion, bei der wir in Hamburg 140 Plakate, unter anderem vor den Eingängen unserer Mitbewerber aufgehängt haben." Die Nachfrage in den Filialen habe im Aktionszeitraum und 14 Tage danach die Erwartungen und die Leseprobendownloads weit übertroffen.
Schlussendlich ging Halff auch noch auf E-Books ein. Rund drei Prozent des Umsatzes würden dieses Jahr mit E-Books generiert. Bis 2015 könnten 15 bis 25 Prozent aller verkauften Bücher virtuell über die Ladentheke gehen. Für einen Umsatzboost soll der eigene E-Reader sorgen, der ab morgen in den Regalen von Weltbild und der Unternehmenstochter Hugendubel geht.

"Das Leben zwischen den großen As Amazon und Apple ist nicht immer leicht, aber Multichannel ist die Antwort", ist er überzeugt.

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