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Nutzerfreundlichkeit ist ein Themenschwerpunkt auf der Internet World Fachmesse
Sonstiges 18.06.2009
Sonstiges 18.06.2009

Nutzerfreundlichkeit auch auf mobilen Geräten

Neben einem Special zum Thema Usability gibt es auf der Internet World Fachmesse, die am 23. und 24. Juni 2009 parallel mit dem Internet World Kongress im Münchner Congress Centrum (ICM) stattfindet, auch eine Website-Klinik, die mit Livetests Ihre Webseite aus der Sicht einer Suchmaschine darstellt und die spezifischen Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich der Suchmaschinenoptimierung aufzeigt. Neue Technologien für eine innovative Webseitengestaltung zeigt auch eine Sonderschau des RIA World Kongresses auf der Fachmesse. Rich Internet Applications machen nicht nur das Internet bunter, sondern erlauben auch eine intuitivere und unmittelbarere Steuerung durch den Webseitenbesucher. Auf der Mobile Vision Area zeigen zudem zwölf Aussteller ihre mobilen Technologien und Lösungen, mit denen sich mobile Inhalte und Anwendungen nutzerfreundlich gestalten lassen.

Die Nutzerfreundlichkeit von Internetseiten entscheidet maßgeblich über deren Erfolg. Findet sich ein potenzieller Kunde im Onlineshop eines Händlers nicht zu recht oder findet er gar nicht einmal den Zugang zum Shop, ist der Kunde für den Anbieter verloren. Wie Studien zum Onlineshopping belegen, fällt die Entscheidung für oder gegen den Kauf bereits in einem Onlinestore in den ersten Augenblicken.

Wirkt die Webseite unübersichtlich oder irreführend, können selbst Premiumprodukte den Besucher nicht mehr überzeugen. Um so wichtiger ist es, Fehler in Webdesign und Onlinemarketing bereits in der Planungsphase zu vermeiden. Zur Prüfung der Qualität gibt es zwei mögliche Ansätze, einerseits die Benutzerbefragung und andererseits die Beobachtung des Benutzerverhaltens auf der Internetseite.

Wer seine Zielgruppe genau kennt, befragt direkt

Speziell in der Anfangsphase einer Seiten- oder Projektentwicklung ist die Befragung eine gute Lösung, um Anregungen für den neuen Webauftritt zu erhalten und herauszufinden, welche Features besonders wichtig sind. Kein Seitenbetreiber würde eine Fachabteilung, für die ein Intranetbereich aufgebaut wird, bei der Entwicklung nicht mitreden lassen.

Neben der möglichen Qualitätssteigerung liegt darin auch ein strategischer Vorteil. Die Akzeptanz der neuen Website wird von vorn herein gesteigert, wenn sie von Mitarbeitern mitentwickelt wird. Eine Befragung der Zielgruppe funktioniert aber auch im Web, etwa über einen Onsite-Fragebogen. Frontal positionierte Fragebögen auf der Homepage funktionieren aber nur dann, wenn sich dem User der Nutzen direkt erschließt.

Er muss das Gefühl bekommen, dass ihm die Teilnahme an der Umfrage einen Vorteil bringt. Daher sollten die Fragen so nah wie möglich am passenden Prozessschritt platziert sein, denn dadurch wirken sie unmittelbarer. So wäre in einem Onlinebestellsystem die Frage nach zusätzlichen Zahlungsmethoden angebracht, zum Beispiel: „Sollen wir an dieser Stelle in Zukunft Paypal-Zahlung anbieten?“ Je näher die Befragung am konkret zu optimierenden Seitenbereich angesiedelt ist, umso besser kann man für die bestehende Zielgruppe optimieren und umso konkreter und detailreicher werden die Aussagen.

Schulterblick beim Kunden

Hat ein Webshop-Betreiber eine Kampagne gelauncht, um damit ein neues Produkt bei seinen Kunden anzupreisen und bleibt die erhoffte Reaktion der Kundschaft aus, so liegt dies unter Umständen auch daran, dass die Kunden das neue Angebot nicht entsprechend wahrnehmen.

In solchen Fällen hilft eine zielgerichtete Beobachtung der Kunden bei ihren Seitenbesuchen. Dazu kann man sich einerseits der sogenannten Logfile-Methodik bedienen, die im Groben Auskünfte über die angeklickten Seiten gibt. Damit lässt sich erkennen, ob das Angebot überhaupt angeklickt wurde.

Alternativ erlaubt der klassische Usability-Test deutlich detailiertere Informationen, da diese in Echtzeit gewonnen werden. Bei dieser Methode wird einer ausreichend großen Gruppe von Testpersonen „über die Schulter gesehen“, um Fragen wie „Warum steigt die Person an der entsprechenden Stelle aus?“ oder „Warum bricht sie den Kaufvorgang hier ab?“ zu beantworten. Im Gegensatz zur reinen Befragung basiert der Usability-Test auf tatsächlich beobachtetem Userverhalten.

Optimale Ergebnisse durch Kombinationen

Neben den beiden vorgestellten grundlegenden Techniken gibt es eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, die Nutzerfreundlichkeit von Internetseiten zu prüfen. Alle basieren jedoch im Kern auf den zwei Methoden. So kann man die Internetuser auch beim Betrachten entscheiden lassen, welche Version einer Seite sie besser finden, indem man sie unmittelbar in der Situation vor die Wahl stellt. Diese A/B-Test genannte Methode dient vor allem der Verbesserung eines speziellen Moduls einer Internetseite, für einen kompletten Webauftritt eignet sie sich jedoch nicht.

Kurz vor der Veröffentlichung einer Seite empfiehlt es sich meist, eine Expertise eines Sachverständigen einzuholen. Diese Überprüfung ist zwar vergleichsweise teuer, aber sie führt zu schnellen Ergebnissen und bietet sich an, um die Leistung einer Agentur zu prüfen oder den Entwicklern Schwachstellen aufzuzeigen, die sie nicht erkannt haben.

Das optimale Ergebnis erhält der Webseitenanbieter aber, wenn er sich nicht ausschließlich auf ein Testverfahren festlegt, sondern mehrere in der richtigen Phase der Webseitenentwicklung einsetzt. Webseiten sollten einer stetigen Entwicklung unterworfen sein, um immer wieder das Interesse der Besucher zu wecken. Ebenso wichtig ist auch die regelmäßige Überprüfung der Usability der Webseite, um einen langanhaltenden Erfolg zu garantieren.

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