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Sonstiges 12.05.2009
Sonstiges 12.05.2009

Mit NFC und SIM-Karte zu neuen Umsätzen

Kunden und Mobilfunkbetreiber erwarten den Durchbruch von Mobile-Payment. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Company zeigt, dass Mobilfunkbetreiber bei 10 Millionen Endkunden bis zu 240 Millionen Umsatz durch Transaktionsgebühren generieren können.

Auch wenn Mobile-Payment noch einige Hürden nehmen muss, ist eine Lösung bis spätestens 2011 zu erwarten", meint Martin Gauer, Partner von Mücke, Sturm & Company.

Mit der Anwendung mobiler NFC-Services (Near Field Communication), wie Mobile Ticketing oder Mobile Payment, wandern zukünftig sensible Informationen ins Handy, beispielsweise Kreditkartennummern oder Kontodaten. Neben der Datenübertragung via NFC sind daher Speicherung und Sicherheit wichtig. Die SIM-Karte ist dafür prädestiniert: Sie ist austauschbar, universell und weit verbreitet. Die neue Generation der SIM-Karten, die UICC-Card bietet hierfür den nötigen Sicherheitsstandard und darüber hinaus die unabhängige Belegung von Speicherplätzen: Die Grundlage der Service-Konvergenz.

Für Mobilfunkbetreiber erschließen sich so über die SIM-Karte neue Einnahmequellen. Sie können von fixen Mietgebühren oder - noch besser - von variablen Transaktionsgebühren profitieren: Bei 10 Millionen Endkunden und bei einem Nutzungsgrad von 40 Prozent könnten sie einen Umsatz von 48 Millionen Euro erwirtschaften. Die möglichen Umsätze durch Transaktionen sind jedoch weitaus attraktiver: Bei durchschnittlich 3000 Euro Konsumausgaben pro Kunde, könnten Mobilfunkbetreiber einen Umsatz von 240 Millionen Euro erreichen.

Gute Chancen für Einzelkämpfer

Bis zur Massenmarkttauglichkeit mobiler NFC-Services sind jedoch noch viele Hürden zu nehmen: Obwohl mehr als 40 Feldversuche für mobile NFC-Services in Europa und Asien gezeigt haben, dass sowohl eine große Kundenakzeptanz vorliegt und die technische Machbarkeit gegeben ist, gibt es bisher nur wenige kommerzielle Anwendungen dafür. Die Gründe liegen vornehmlich in der ungeklärten Rollenverteilung der beteiligten Akteure. Banken, Händler, Mobilfunkbetreiber und Chiphersteller müssen bei Mobile Payment kooperieren. „Hier müssen sich alle Beteiligten an einen runden Tisch setzen und einen Business Case aushandeln, wie es beispielsweise Frankreich vorgemacht hat", erklärt Martin Gauer.

Ein starker Einzelkämpfer hat ebenfalls gute Chancen, das Rennen um die erfolgreiche Markteinführung von NFC-Services zu gewinnen. NTT DoCoMo ist das Paradebeispiel dafür und hat in Japan gezeigt, wie wichtig die Rolle der Mobilfunkbetreiber ist: Sie verfügen über den Endkundenkontakt, Massenvertriebskanäle und entsprechende Service Organisationen, um mobile NFC-Services in den Massenmarkt zu bringen. „Aus dem heutigen Stand der Entwicklung der mobilen NFC-Technologie ist damit zu rechnen, dass sich eine nationale Insellösung, initiiert durch einen starken Player im Ökosytem, kurzfristig am ehesten durchsetzen wird", so die Einschätzung von Martin Gauer.

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