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Sonstiges 18.04.2008
Sonstiges 18.04.2008

Namen-und-Ahnen.de kassiert Rüge vom Werberat

Ein Hitlerporträt in einer Anzeige mit dem Slogan "Mit wem bist du verwandt" war dem Selbstkontrollorgan Deutscher Werberat einfach zu viel. Und auch die Polizei hat den Plattformbetreiber bereits im Visier.

Der Markt für Ahnenforschung im Internet ist mit Verwandt.de & Co. bereits gut besetzt. Wer als Newcomer eine Chance haben will, muss zu drastischen Mitteln greifen. Das dachte sich offenbar die Griesheimer Ahnenforschung Ltd, die unter Namen-und-Ahnen.de eine nach eigenen Aussagen "wissenschaftliche Datenbank für Namens- und Ahnenforschung" betreibt. Mit Banneranzeigen - unter anderem auf netzeitung.de - die ein Hitlerporträt mit dem Slogan "Mit wem bist du verwandt" zeigen, will das Unternehmen für Aufmerksamkeit sorgen.

Das ist offensichtlich auch gelungen. Wie das Marketingfachblatt "Horizont" berichtet, gingen beim Deutschen Werberat etliche Beschwerden aus der Bevölkerung ein. Doch die Ahnenforscher weigerten sich, das Anzeigenmotiv zu ändern. "Die Werbung verstößt weder gegen irgendwelche Gesetze, noch ist sie in irgendeiner Weise anstößig", zitiert "Horizont" die Firmenaussagen. Der Werberat sieht das anders. Es entspreche nicht der gesellschaftlichen Grundüberzeugung in Deutschland, Hitler in der kommerziellen Werbung als Zugpferd zu benutzen", so seine Auffassung. Das Resultat: eine öffentliche Rüge.

Zuviel Aufmerksamkeit könnte dem Unternehmen allerdings auch anderweitig schaden. Laut "Horizont"-Bericht sind die Griesheimer nämlich auch Behörden und Justiz ein Dorn im Auge. Kunden von Ahnenforschung beschweren sich wegen ungerechtfertigter Rechnungen und auch das Betrugsdezernat der Frankfurter Polizei ermittle in einer Reihe von Fällen. Darüber hinaus sei eine Münchner Kanzlei, die verschiedenen Blogs und Verbraucherschützern als Abmahnerin bekannt ist, die Anwältin der Firma.

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