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E-Retail-Report 2010 Foto: istock.com/shironosov
Sonstiges 17.02.2011
Sonstiges 17.02.2011

E-Retail-Report 2010 Montag ist Onlineshopping-Tag

Was hat sich im deutschen E-Commerce im Laufe des vergangenen Jahres getan? Der E-Retail-Report 2010 untersucht das Kauf- und Zahlverhalten im Onlinewarenhandel und zeigt, bei welchen Zahlungsmitteln der Warenkorb den höchsten Wert aufweist und in welchen Regionen das Risiko für einen Zahlungsausfall am größten ist.

Im vergangenen Jahr verbesserte sich die Zahlungssicherheit im gesamten europäischen Online-Warenhandel. Das Ausfallrisiko ging auf den tiefsten Wert, seit Beginn des Reports zurück, ermittelte die Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Card Services in ihrem Bericht. So drohe nur noch bei zwei von Eintausend Transaktionen ein Ausfallrisiko für die Zahlung per Kreditkarte. Die höchste Chargeback-Quote weist das Bundesland Bremen auf. Zugleich waren hier die meisten Betrugsfälle zu verbuchen. Als besonders risikoreich gilt auch Berlin-Mitte. Zahlungssicherstes Bundesland ist das Saarland. Das höchste Risiko für Zahlungsausfälle bei der Lastschrift haben bundesweit der Norden, Süden und Südosten Berlins.

Kreditkarte oder Lastschrift?

Im deutschen Online-Warenhandel ist die Kreditkarte, laut dem Bericht, nach wie vor die führende Zahlart. Zwei von drei Käufen werden per Karte beglichen. Marktdominierend ist dabei Visa vor MasterCard und anderen Kreditkarten, die vor allem bei Käufern aus außereuropäischen Ländern eine Rolle spielen. Bei Beträgen bis zu zehn Euro wird die MasterCard bevorzugt eingesetzt. Bei der Zahlung mit Kreditkarte lagen die Warenkorbwerte auf konstant hohem Niveau. Sie wird besonders gern für Beträge zwischen zehn und hundert Euro eingesetzt.

Auffällig ist dem Bericht zufolge, dass die Warenkorbwerte, die per Lastschrift bezahlt werden, deutlich unter denen liegen, die mit giropay beglichen werden. Vor allem in Deutschland spielen traditionelle Zahlarten wie der Rechnungskauf, Vorkasse oder Lastschrift noch eine große Rolle. Dabei konnte das elektronische Lastschriftverfahren (ELV) sogar noch um sieben Prozent zulegen.

Frauen kaufen häufiger online – Männer nur teurer

Im dritten Jahr in Folge dominieren die deutschen Frauen den Online-Warenhandel. Sie bestellen mehr als die deutschen Männer. Im Rest Europas liegen dagegen die Männer vorne. Sie sind es, die in der Regel auch wesentlich mehr Geld online ausgeben. Insgesamt hat sich im vergangenen Jahr gezeigt, dass die Bereitschaft niedrigpreisige Ware per Internet zu ordern, gestiegen ist. Während im gesamten E-Commerce die Warenkorbwerte kräftig gesunken sind, fiel der Rückgang im E-Retail nicht ganz so stark aus.

Ausländische Käufer werden zudem für die deutschen Onlinehändler immer wichtiger. So stammen inzwischen zehn Prozent der Kunden deutscher Webshops aus dem Ausland. Der Überweisungsstandard Sepa dürfte für einen weiteren Anstieg der ausländischen Einkäufe sorgen.

Montags und am Abend schlagen die Kunden online zu

Am meisten eingekauft wird wie bereits in den Jahren zuvor am Montag. Überdurchschnittlich stark genutzt wird auch der Sonntag – allerdings nur von deutschen Kunden. Im Rest Europas und außerhalb spielt der Sonntag kaum eine Rolle im Online-Warenhandel.

Am besten lässt sich während der Arbeitszeit einkaufen. Das gilt allerdings nur für den Warenhandel. Andere Produkte wie Dienstleistungen oder Reisen werden kaum während der Kernarbeitszeit geordert. Am liebsten wird zwischen 20 und 22 Uhr eingekauft.

Hamburg top, Erfurt flop

Im Durchschnitt 61,18 Euro bezahlt der Deutsche für Waren im Internet bei jedem Einkauf. Am kauffreudigsten waren im vergangenen Jahr die Hamburger. Drei Regionen im Großraum Hamburg schafften es in die Top-10 im deutschen Online-Warenhandel. Ebenfalls weit vorn mit dabei sind die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. In Bremen kaufen die Menschen zwar seltener online, erzielen dabei aber im Schnitt die höchsten Warenkorbwerte.

Insgesamt ergibt sich hinsichtlich der Kaufaktivitäten ein Nord-Südgefälle: Im Norden wird deutlich mehr online bestellt als im Süden Deutschlands. Vor allem die Rheinland-Pfälzer entpuppten sich als extrem zurückhaltend. Den letzten Rang belegte das Gebiet Erfurt, Weimar, Mühlhausen und Eisenach, die am wenigsten im Internet bestellten.

Für den E-Retail-Report wurden rund acht Millionen ausgewählte reale Transaktionen untersucht, die über die Plattform der Deutschen Card Services abgewickelt wurden. Die Studie berücksichtigt anders als der E-Commerce-Report nur den reinen Onlinehandel mit Waren. Die Bereiche Dienstleistungen, Reisen und Unterhaltung sind ausgenommen.

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