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Media-Saturn online wieder ausgebremst
Sonstiges 01.08.2011
Sonstiges 01.08.2011

Media-Saturn online wieder ausgebremst Minderheitseigentümer verhindert Shop-Übernahmen

Die Metro-Tochter Media-Saturn wollte einer Meldung von "Welt Online" zufolge in der vergangenen Woche die beiden kleinen Internet-Anbieter Rebuy.de und iBood.de kaufen. Doch Minderheitseigentümer Erich Kellerhans legte sein Veto ein.

Dem Medienbericht zufolge verweigerte Kellerhals die Unterschrift unter die schon vor einer Woche unterschriftsreifen Übernahmeverträge. Der Grund: Kellerhals wolle verhindern, dass mehrere Zukäufe auf einmal zu viele Kapazitäten der Geschäftsführung binden. Mit seinem Veto heizt Kellerhals die gereizte Stimmung zwischen sich und der Metro weiter anheizt. Metro-Chef Eckhard Cordes warf dem Minderheitsgesellschafter laut dpa vor, die Geschäftsführung der Unternehmen zu schwächen.

Rebuy.de hätte gut in die E-Commerce-Strategie von Media-Saturn gepasst. Das Unternehmen kauft gebrauchte Elektronik-Geräte auf und gibt dafür Einkaufsgutscheine zurück. Konkurrent Flip4New hatte vor kurzem einen groß angelegte Kooperation mit dem Online-Auktionshaus eBay verkündet. Über iBOOD hätten Media Markt und Saturn mit gezielten Abhol-Aktionen neue Kunden in die Media-Märkte locken können.

Erich Kellerhals gründete am 24. November 1979 im Euro-Industriepark in München den ersten Media Markt. Neun Jahre nach dem Start beteiligte sich Kaufhof mit 54 Prozent an dem Familienunternehmen, weil die eigene Elektronikfachmarkttochter Saturn Verluste erwirtschaftete, während Media Markt schwarze Zahlen schrieb. Für die Beteiligung brachte Kaufhof dafür seine Tochter Saturn-Hansa ins Unternehmen ein. Von Media Markt behielt Kellerhals einen Anteil von 21 Prozent.

 Im März 2011 entbrannte zwischen den Media-Saturn-Gesellschaftern Erich Kellerhals und der Metro ein Rechtsstreit, weil die Metro versuchte, das 1988 vertraglich festgeschriebene Mitbestimmungsrecht der Media-Saturn-Gründer auszuhebeln. Diese Rechte sehen vor, dass wichtige Unternehmensentscheidungen einer Mehrheit von 80 Prozent bedürfen. Da die Familie Kellerhals über 21 Prozent der Anteile besitzt, kann keine Entscheidung gegen ihren Willen fallen.

Auf seiner Webseite www.kellerhals.com betont der Unternehmer, wie wichtig es ihm ist, Arbeitsplätze zu schaffen. Vor wenigen Tagen war jedoch bekannt geworden, dass Media-Saturn 3.000 Stellen streichen will, unter anderem um das Online-Geschäft aufbauen zu können.

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