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Die Zukunft der Arbeit
Sonstiges 15.07.2013
Sonstiges 15.07.2013

Die Zukunft der Arbeit Das iPhone als Terrorist in der Tasche

Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus? Immer für die Arbeit erreichbar, dafür bei freier Ortswahl? Oder doch das klassische Modell der Anwesenheit im Büro? Darüber diskutierten Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, die Marketing-Chefin von oDesk Jaleh Bisharat und Yahoos Entwicklungs-Chefin Jacqueline Reses auf der DLD Women Conference.

Das Internet ermöglicht es vielen Arbeitnehmern, außerhalb des Büros zu arbeiten. "Ich konnte meine Arbeit als Politikerin nur schaffen, weil ich selbst entscheiden konnte, wo ich arbeite", erklärte Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales (CDU). Das sei jedoch nicht immer ein Vorteil. Wenn die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, ist das gefährlich, so von der Leyen. "Das iPhone in der Tasche kann auch der Terrorist in der Tasche sein." Der - manchmal nur gefühlte - Zwang zur ständigen Erreichbarkeit sei ein Grund für die zunehmende Zahl der Menschen, die an Burn-Out leiden.

Von der steigenden Flexibilität profitierten Berufstätige und Unternehmen gleichermaßen, argumentierte Jaleh Bisharat, Vice President Marketing bei oDesk, das freie Mitarbeiter vermittelt. Über dezentrale Projektarbeit könnten Firmen Talente von Fachleuten weltweit nutzen – und nicht nur die jener, die sie bereits angestellt hätten. Bisharat hat keine Zweifel, wie die Zukunft aussieht: "Die Arbeit ist kein Ort mehr." Nach Ergebnissen und nicht nach Anwesenheit beurteilt zu werden, sei für viele – sie eingeschlossen – ein Grund, bei oDesk zu arbeiten. Freizeit werde ernst genommen. "Wir respektieren es, wenn Menschen offline sind", so die Marketing-Chefin. "Unser CEO lebt das vor."

Yahoo geht gerade den umgekehrten Weg. Eine der ersten Amtshandlungen von CEO Marissa Mayer war die Abschaffung der Telearbeit, um die Kommunikation in den Teams zu stärken. Ein Schritt, der auch viel Kritik hervorrief. "Unsere Angestellten haben verstanden, warum wir sie ins Büro zurückgeholt haben", erklärte Jacqueline D. Reses, Chief Development Officer bei Yahoo. "Jetzt geht es darum, das Steuer herumzureißen, da brauchen wir alle vor Ort."

Das erste Quartal 2013 war bei Yahoo durchwachsen, zwar stieg der Gewinn durch Sparmaßnahmen um 36 Prozent auf 390 Millionen US-Dollar, der Umsatz sank jedoch im Jahresvergleich von 1,2 Milliarden US-Dollar auf 1,1 Milliarden US-Dollar.

Home Office oder Anwesenheitspflicht - was ist besser für Unternehmen und Mitarbeiter? !

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