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Geschäftsentwicklung bei eBay
Sonstiges 23.01.2014
Sonstiges 23.01.2014

Geschäftsentwicklung bei eBay Icahn fordert Abspaltung von PayPal

Wenn es nach dem US-Investor Carl Icahn geht, soll eBay seine Bezahltochter PayPal vom Konzern abspalten. Doch das Management will den erfolgreichen Payment-Dienstleister im Konzern behalten - schließlich war der Dienst auch im vierten Quartal 2013 wieder ein Wachstumstreiber.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Milliardär Carl Icahn zunächst einen kleinen Anteil an einem Unternehmen kauft und dann versucht, den Kurs des Konzerns durch öffentlichen Druck nach seinem Willen zu verändern. Diesmal trifft es einem zufolge eBay, das seinen gleichnamigen Online-Marktplatz von der erfolgreichen Bezahlanbieter-Sparte PayPal abspalten soll. So weit der Plan des Investors, der sich 0,82 Prozent der Aktienanteile an eBay gesichert hat.

Doch bislang bleibt das Management des US-Konzerns hart: "Wir glauben nicht, dass eine Aufspaltung des Unternehmens der beste Weg ist, den Wert für die Anteilseigner zu steigern", erklärte das Unternehmen, das PayPal 2002 übernommen hatte. "Die Bezahlung ist Teil des Handels." Nach dem Marktplatz ist der Payment-Dienstleister das zweitwichtigste Standbein des Konzerns aus San José in Kalifornien.

Rund 16 Milliarden Dollar Jahresumsatz

Für die Anleger, deren Interessen Icahn im Sinn hat, ist es vielleicht sogar der wichtigste Pfeiler. Denn die aktuellen Quartalsergebnisse von eBay profitieren vor allem von PayPal: Mit einem Plus von 19 Prozent war die Payment-Sparte im vierten Quartal 2013 einmal mehr der Wachstumstreiber, während der Marktplatz eBay selbst ein Plus von "nur" zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreichte.

Insgesamt stieg der Umsatz des Gesamtkonzerns eBay Inc. im vierten Quartal 2013 um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 4,5 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn betrug 850 Milliarden Dollar (ebenfalls plus 13 Prozent). Im dritten Quartal 2013 hatten die Umsätze 3,9 Milliarden Dollar betragen, der Gewinn hatte bei 837 Millionen Dollar gelegen.

Im Gesamtjahr 2013 hat eBay Umsätze in Höhe von rund 16 Milliarden Dollar erwirtschaftet, nach 14,07 Milliarden US-Dollar im Gesamtjahr 2012. Das entspricht einer Steigerung um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, der Nettogewinn beträgt 2,6 Milliarden Dollar (plus neun Prozent gegenüber 2012). Damit bewegte eBay Inc. im Handel, der die drei Bereiche eBay marketplaces, PayPal und eBay Enterprise umfasst, ein Gesamtvolumen von 212 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013.

Der eBay Marketplace generierte im Zeitraum Oktober bis Dezember 2013 Umsätze in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar, was einer Steigerung um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Und die Anzahl der aktiven registrierten eBay-Nutzer stieg um 14 Prozent auf nun 128 Millionen an.

Wachstumstreiber PayPal

PayPal setzte im vierten Quartal 2013 um 19 Prozent mehr um als noch im Vorjahresquartal, nämlich 1,8 Milliarden Dollar. Die Anzahl der aktiven Nutzer-Accounts stieg um 5,2 Millionen (plus 16 Prozent) an auf nun 143 Millionen Accounts. Das Nettogesamtvolumen aller PayPal-Zahlungen betrug in 52 Milliarden US-Dollar, 25 Prozent mehr als im vierten Quartal des Vorjahres.

Im Gesamtjahr 2013 betrugen die PayPal-Umsätze, die im dritten Quartal 2013 bei 1,62 Milliarden Dollar gelegen hatten, 6,6 Milliarden US-Dollar. Das Wachstum betrug demnach ebenfalls 19 Prozent im Vergleich zum Gesamtjahr 2012. Das Nettogesamtvolumen aller PayPal-Zahlungen für 2013 lag bei 180 Milliarden Dollar (plus 24 Prozent zu 2012).

Der Gewinn pro eBay-Aktie lag im vierten Quartal bei 81 US-Cent. Die Erwartungen für den Gewinn pro Aktie werden für das laufende Quartal jedoch auf 0,65 bis 0,67 Dollar gesenkt. Für Icahn war das offenbar keine zufriedenstellende Aussicht.

Doch auch wenn sich das eBay-Board bisher standhaft zeigt in Bezug auf Icahns Vorstoß, legt der Konzern zugleich ein Aktienrückkaufprogramm über fünf Milliarden Dollar auf. Damit erhalten - eventuell unzufriedene - Aktionäre die Möglichkeit, ihre Aktien nun zu stabilen Preisen abzuladen. Weiterer Effekt: Investor Icahn, der zwei seiner Mitarbeiter für das eBay-Board nominiert hat, kann sich nicht weiter günstig mit Aktien eindecken. Die Aktie stieg nachbörslich um fast neun Prozent.

Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass eBay offenbar einen neuen Marktplatz für Markenartikler planen soll. Und PayPal hat im Dezember 2013 den Plattform-Provider StackMob gekauft, um damit die Verbreitung des Paypal-Bezahlsystems innerhalb von Apps anzukurbeln.

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